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Wegen grosser Gleisschäden: Trams in Basel fahren langsamer

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Die Trams in Basel sind demnächst mit 15 statt 25 km/h unterwegs. Schuld sind die beschädigten Räder und abgenutzte Gleise.

Weil Räder der Trams nicht rechtzeitig und richtig gewartet worden waren, sind die Schienen des Basler Tramnetzes stärker abgenutzt als erwartet. Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) lassen nun als erste Massnahme die Trams auf Kreuzungen und Weichen langsamer fahren.

Mängel an den Rädern weisen alle drei bei der BVB im Einsatz stehenden Tramtypen auf, wie die BVB-Verantwortlichen am Donnerstag vor den Medien sagten. So hätten sich an Rädern aus noch unbekannten Gründen Kanten gebildet. Einige hätten zudem zu starke Hohlläufe, was zu einem erhöhten Druck auf die Schienen führe.

Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Kontrollintervalle der Räder verlängert worden waren, wie es weiter hiess – weshalb ist noch unklar. Die BVB-Geschäftsleitung sei darüber nicht vorgängig informiert worden. Bei den Trams des Typs Combino ist gemäss interner Analyse die Spur der Räder nicht richtig eingestellt worden.

Situation «völlig inakzeptabel»

Als erste Sofortmassnahme zwecks Schonung der Schienen müssen Trams Weichen und Kreuzungen in den kommenden vier Wochen langsamer als üblich überfahren. Bis Mitte September wollen die BVB die Radschäden an allen 100 Tramfahrzeugen beheben.

Die BVB haben die Revisionsarbeiten dazu auf Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt. Zudem werden sie von Mitarbeitenden der Baselland Transport AG (BLT) und von Bernmobil unterstützt. Auch Fachleute der Tramhersteller würden beigezogen.

BVB-Direktor Erich Lagler zeigte sich über die Situation «entsetzt«. Sie sei «völlig inakzeptabel». Die BVB-internen Prozesse seien offenbar nicht stabil und nicht auf dem neusten Stand der Technik. Zur Klärung der Ursachen haben die BVB eine Taskforce eingesetzt. Prozesse und die Qualitätskontrolle sollen verbessert werden.

Massiver Anstieg im letzten halben Jahr

Nach der Instandsetzung der Tramräder wollen die BVB im Herbst das gesamte Schienennetz neu vermessen. Aufgrund der Schäden müssten Schienen allenfalls früher als geplant ersetzt werden. Die Kosten für die notwendigen Massnahmen sind gemäss Lagler noch nicht bekannt.

Die auffällig hohe Abnutzung der Gleise haben die BVB auf dem gesamten Netz festgestellt – unabhängig vom Alter und Art der Gleise und unabhängig vom Schienenhersteller.

Zum massiven Anstieg der Schäden war es gemäss den Verantwortlichen wohl in den vergangenen sechs bis acht Monaten gekommen. Lärmklagen hätten zugenommen, was wohl auch eine Folge der stärkeren Abnutzung sei. (SDA)





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