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Harley Davidson setzt seinen Markenkern mit E-Motorrädern aufs Spiel

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Elektromobilität ist auch ein Thema für Harley Davidson, den Inbegriff des amerikanischen Motorradtraums. Das Unternehmen teilte jetzt mit, man plane schon für 2019 eine Ausweitung der Modellpalette.

Es klingt wie die Meldung eines Satiremagazins: Harley Davidson, der Inbegriff für schwere amerikanische Motorräder, will in Zukunft mehr auf Elektromobilität setzen. Das teilte das Unternehmen jetzt mit. Grund hierfür ist vor allem die sinkende Nachfrage auf dem Heimatmarkt sowie die Straf- und Vergeltungszölle, bei denen das Unternehmen zwischen die Fronten geraten ist, weil man einerseits selbst mit den eigenen Produkten Strafzöllen unterliegt, andererseits aber auf Eisen- und Stahlprodukte angewiesen ist, die wiederum ebenfalls erhöhten Zöllen unterliegen. Europa ist nach den USA der zweitwichtigste Markt des Motorradherstellers.

Harley Davidson plant neue Produktgruppen wie Enduros

Das Unternehmen hatte im Frühjahr eine Sonderkonjunktur, da sich viele Motorradfans in Europa noch vor Inkrafttreten der Strafzölle eine Maschine bestellt haben, in den USA sanken die Absatzzahlen dagegen um über sechs Prozent im zweiten Quartal. Die Strafzölle verteuerten nach Angaben des Unternehmens ein Motorrad im Schnitt um 2.200 Euro. Harley Davidson hatte darauf mit der Ankündigung reagiert, man wolle in Zukunft mehr im Ausland fertigen und die bereits bestehenden Auslandsproduktionen ausweiten. Aktuell bemüht sich Berlin-Lichtenberg um die Ansiedlung eines deutschen Produktionsstandorts der Motorradmarke.

Der Wachstumsplan „More Roads to Harley Davidson“ sieht eine Ausweitung des Produktportfolios vor. Man wolle die umfassendste Produktpalette der Firmengeschichte anbieten und damit Marktanteile gewinnen. Geplant sei ein breites Spektrum von Preisklassen, Antriebskonzepten und Hubräumen. Neben Reiseenduros und sportlichen Motorrädern, mit denen man vor allem die Konkurrenz aus Europa und Fernost angreift, strebe man „die Führungsrolle bei der Elektrifizierung des Zweiradmarktes“ an. Die erste Elektro-Harley soll im kommenden Jahr verfügbar sein, weitere leichte Elektrofahrzeuge sollen bis 2022 folgen. Geplant sei außerdem ein günstiges Motorrad mit 250 bis 500 Kubikzentimeter Hubraum, das gezielt in den asiatischen Märkten und Indien vertrieben werden soll.

Gefahr, den Markenkern Harley Davidson zu verwässern

Ziel ist es, damit das Geschäft gerade in den Vereinigten Staaten, aber auch weltweit neu zu beleben und neue Kundensegmente zu adressieren, so das Unternehmen. Der Zuwachs an Einnahmen 2022 gegenüber heute solle bei einer Milliarde US-Dollar liegen. Erreichen will man das mit konsequenten Sparmaßnahmen und Umplanung bei den Investitionen. Doch die Gefahr ist groß, dass Harley Davidson auf diese Weise den eigenen Markenkern beschädigt und sich bei seiner Kernklientel um Glaubwürdigkeit bringt. In Kombination mit der Ankündigung, einen größeren Teil im Ausland zu fertigen, könnte das der Bewertung der Marke durch die Fans nicht gut tun.

Man darf jedenfalls jetzt schon gespannt darauf sein, wie eine E-Harley klingt. Es ist jedenfalls nur schwer vorstellbar, wie ein Rockerclub auf Elektromaschinen über die Autobahn heizt.

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