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Mobiles Bezahlen kommt: Sparkassen lassen Millionen Kunden mit dem Smartphone bezahlen

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Die Girocard kann ab heute bei über 300 Sparkassen mit Hilfe einer Android-App namens „Mobiles Bezahlen“ ins Handy verlagert werden. Die Volksbanken folgen mit Verzögerung.

Die Sparkassen starten heute nach einem Pilotversuch den deutschlandweiten Betrieb ihrer Smartphone-Lösung „Mobiles Bezahlen“. Über 300 Sparkassen sind gleich zum Start mit dabei, bis zum Jahresende sollen nahezu alle Sparkassen ihren Kunden die App für Android-Smartphones anbieten. Die Volksbanken starten Mitte August mit einer geringen Anzahl an Banken, nächstes Jahr sollen die restlichen Institute folgen.

Sparkassen launchen Mobile-Payment-Angebot

Ein Android-Smartphone, eine Girocard oder eine Mastercard und beispielsweise die Push-Tan-App brauchen Sparkassen-Kunden. Nach einer kurzen Bestätigung über den Push-Tan wird die Karte der App „Mobiles Bezahlen“ hinzugefügt. Technisch gesehen wird nur ein verschlüsselter Platzhalter der Girocard auf dem Handy gespeichert, durch ein Verfahren namens Host-Card-Emulation liegen die „echten“ Kartendaten auf einem Sparkassen-Server. Der Deutsche Sparkassen-Verlag spricht von 45 Millionen Sparkassen-Kunden, denen das neue Verfahren zur Verfügung steht.

Die Sparkassen beziffern die deutschen Kassenterminals auf rund 817.000, mehr als die Hälfte der Terminals soll kontaktloses Bezahlen beherrschen und somit auch mit der neuen App genutzt werden können. Außerhalb von Deutschland kann die App auch genutzt werden, dann aber bisher nur mit einer Mastercard.

NFC: Die Grundlage für das mobile, kontaktlose Bezahlen

Near-Field-Communication, kurz NFC, ist eine eine auf RFID basierende Technologie. Elektromagnetisch werden per Induktion Daten drahtlos über kürzeste Distanzen übertragen. Neben Bezahlverfahren können auch andere Daten übertragen werden, beispielsweise Zugangsdaten für WLAN-Netze, Druckerverbindungen oder eine Eintrittskarte.

Das Verfahren ist so ausgelegt, dass die beiden kommunizerenden Geräte nahe beieinander sein müssen. Ein Smartphone wird beispielsweise dicht an das Bezahlterminal gehalten, bis das Terminal – meist durch einen kurzen Piepton – signalisiert, dass es die Zahlungsdaten übertragen hat.

Handhabung der kontaktlosen Bezahlung

Sowohl Kreditkarten, Girocard als auch Handy müssen meist direkt an das Terminal gehalten werden, da NFC nur auf geringer Distanz und mit geringer Antennenreichweite arbeitet. Das führt aufgrund der geringen Leistung dazu, dass es mitunter eine Rolle spielt, wo im Smartphone der NFC-Chip eingebaut wurde. So muss unter Umständen wahlweise der obere, der mittlere oder der untere Teil des Smartphones an das Terminal gehalten werden. Ebenso wie bei Kreditkarten mit NFC-Funktion können Hüllen den Bezahlvorgang stören oder komplett verhindern, wie auch Hanno Bender vom Bargeldlosblog in einem kurzen Praxistest berichtet.

Sparkassen: Kein Apple-Pay, kein Google Pay, keine iOS-Lösung

Die Sparkassen haben sich vorerst gegen die bekannten Namen entschieden und weder Google Pay noch Apple Pay integriert. Bei Apple kann das unter Umständen auch keine willentliche Entscheidung gewesen sein, der Konzern bestimmt hier wann, wo und mit wem ein Deutschlandstart erfolgen wird. Auch dass es nur eine Android-Lösung gibt, ist keine willentliche Entscheidung der Sparkassen – die NFC-Funktion steht im iPhone nicht für Bezahllösungen zur Verfügung, Apple verhindert das.

Die Sparkassen haben sich offensichtlich dazu entschieden, gleichzeitig mit dem Google-Pay-Start und vor dem Apple-Pay-Start ihre eigene Lösung zu forcieren, um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. In Deutschland wird das Thema mobiles Bezahlen vom Verbraucher sowieso noch stiefmütterlich behandelt. Und außer Payback-Pay ist kein weiterer eigenständiger Bezahldienst am Start, der deutschlandweit auf eine nennenswerte Anzahl von Akzeptanzstellen kommen würde. Der Versuch, einen frühen Start zum Wettbewerbsvorteil zu wandeln, ist somit nachvollziehbar.





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