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Uzwil SG wässert seine Fussballplätze: «Das ist doch eine Schweinerei!»

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Uzwil SG fordert im Gemeindeblatt die Einwohner zum Wassersparen auf. Doch auf den Sportplätzen lässt die Gemeinde die Rasensprenger munter weiterrattern.

Auf den Sportplätzen in der Gemeinde Uzwil SG herrschen beste Bedingungen – der Rasen leuchtet grün. Und genau das sorgt in Zeiten grösster Trockenheit für mächtig Zoff. «Das ist doch eine Schweinerei!», ärgert sich ein Anwohner. «Uns Bürger fordert die Gemeinde auf, Wasser zu sparen, selbst schert sie sich aber keinen Deut darum.»

Anstoss des Ärgers ist ein Artikel im Gemeindeblatt. Darin werden die Uzwiler aufgefordert, auf die Bewässerung ihrer eigenen Grünflächen zu verzichten und auch Autos sowie Vorplätze nicht mehr zu reinigen. Man solle mit den Ressourcen eigenverantwortlich sparsam umgehen, «bevor man es angeordnet ‹zwingend› tun muss», heisst es eindringlich.

Die Leiden eines Platzwartes

Der Haken: Bei den eigenen Sportplätzen nimmt es die Gemeinde selber nicht so genau. Sie lässt ihre Rasensprenger weiterhin auf Hochtouren laufen. Daniel Brehm, Platzwart auf dem Sportplatz Rüti, hat deshalb mächtig Ärger.

«Ich bewässere wenn möglich nur noch nachts, damit mich niemand sieht», sagt er zu BLICK. «Ständig pöbeln mich Hündeler an und beschimpfen mich.» Er habe fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn er mit dem Schlauch zur Tat schreite, gesteht Brehm. 

Im Uzwiler Rathaus kann man die Aufregung nicht nachvollziehen. «Wir verbieten schliesslich niemandem etwas», sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker, der den Spar-Appell für das Gemeindeblatt verfasst hat. Es gehe bloss darum, dort Wasser zu sparen, wo es Sinn mache.

Die Gemeinde spart Wasser – aber nicht auf den Sportplätzen

«Wir haben die Brunnen in der Gemeinde abgestellt und tränken auch die Wiesen auf Spielplätzen nicht mehr», erklärt Stricker die Sparbemühungen der Gemeinde.

Zudem habe niemand etwas davon, wenn die Sportplätze vor die Hunde gingen. Stricker: «Wenn diese Wiesen kaputt sind, zahlt das letztlich auch der Steuerzahler. Darum werden die Sportplätze auch weiterhin einmal wöchentlich bewässert!»

Bloss: Laut Anwohnern kommen Schlauch und Rasensprenger viel häufiger zum Einsatz! Und der Platzwart gesteht: «Wenn ich unserem neuen Hybrid-Rasen zwei Tage kein Wasser gebe, sind sie ruiniert!» Wie viel Wasser er verbraucht, will er nicht sagen. 

Klar ist: Erst wenn der Kanton ein Bewässerungsverbot erlässt, wird der Hahn zugedreht!





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