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Überraschender Rückzieher: Gantenbein will doch nicht Raiffeisen-Präsident werden

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ST. GALLEN –
Jetzt will er doch nicht mehr: Pascal Gantenbein brachte sich monatelang für das Präsidium bei der Krisenbank Raiffeisen in Stellung, jetzt macht er einen Rückzieher. Die Wahl für einen neuen VR-Präsidenten findet im November statt.

Jetzt also doch nicht: Pascal Gantenbein, Interims-Verwaltungsrats-Präsident bei Raiffeisen Schweiz, will sich doch nicht definitiv zum Präsidenten wählen lassen. Das teilte die Bank heute Abend mit.

«Für mich ist es wichtig, nun diese Handlungsfreiheit zurückzubekommen», sagte Gantenbein in einem Interview mit der SRF-Radiosendung «Echo der Zeit». Er wolle den Erneuerungsprozess bei Raiffeisen unbelastet von Interessenskonflikten weiterverfolgen können. Sonst würden alle Veränderungen bei Raiffeisen immer im Lichte des Wahlkampfs gesehen. «Mein Ziel ist immer dasselbe geblieben: Für mich ist es wichtig, die Vergangenheit aufzuarbeiten und die Erneuerung verfolgen zu können.»

Gantenbein bestritt, dass sein Rückzug die Folge eines verlorenen Machtkampfes sei. Zuletzt war in den Medien darüber spekuliert worden. «Was gesagt wird, ist das eine. Ich habe eine ganz andere Sicht», sagte er. Im Verwaltungsrat sei die Zusammenarbeit hervorragend. Auch von den Regionalverbänden habe er grosse Unterstützung bekommen.

Er will im VR bleiben

Gantenbein will auf jeden Fall als Vizepräsident bei Raiffeisen bleiben und den neuen Präsidenten unterstützen. Über die Wahl des neuen Mannes an der Spitze des Raiffeisen-Aufsichtsgremiums entscheiden die Delegierten an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 10. November, wie Raiffeisen in einem Communiqué schrieb.

Pascal Gantenbein habe in den vergangenen Monaten den Erneuerungsprozess im Verwaltungsrat mit grossen Schritten vorangetrieben und den Anstoss für die unabhängige Untersuchung zur «Ära Pierin Vincenz» gegeben, hiess es weiter. Auslöser dafür waren Ermittlungen gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Vincenz.

Köpferollen geht weiter

Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Vincenz wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. Der Banker, der 17 Jahre an der Spitze von Raiffeisen war, soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Er sass deswegen während rund 15 Wochen in Untersuchungshaft. Vincenz bestreitet die Vorwürfe. In Folge der Affäre warf die Finanzmarktaufsicht Finma dem Raiffeisen-Verwaltungsrat in einem Untersuchungsbericht grobe Versäumnisse vor.

Das Köpferollen bei der Genossenschaft hat seither nicht mehr aufgehört. Letzte Woche gab auch Vincenz‘ Nachfolger und langjährige Nummer zwei, Patrik Gisel, seinen Rücktritt vom Chefposten per Ende Jahr bekannt. (kst)





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