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Schädlichkeit der Stromproduktion: Schweizer Energieversorger produzieren mehr CO2

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Die Axpo (hier mit dem AKW Beznau I) produziert am meisten radioaktiven Abfall. (Archivbild)

Der CO2-Ausstoss der vier grössten Schweizer Energiekonzerne ist 2017 um mehr als ein Fünftel gestiegen. Eine Studie der Schweizerischen Energie-Stiftung kommt ausserdem zum Schluss, dass immer noch zwei Drittel deren Stromes aus fossilen und nuklearen Quellen stammt.

Windstrom machte bei den Energiekonzernen Alpiq, Axpo, BKW und Repower im vergangenen Jahr zusammen gerade einmal einen Anteil von 3,7 Prozent an der gesamten Stromproduktion aus, wie die SES am Freitag mitteilte. Der Solarstrom-Anteil sei mit einem Total von 0,1 Prozent «fast gänzlich zu vernachlässigen».

Auch weitere erneuerbare Kraftwerke für Biomasse (0,2 Prozent), Photovoltaik (0,01) oder Kleinwasserkraft (0,5 Prozent) seien in den Portfolios der vier grössten Schweizer Stromproduzenten kaum zu finden. Insgesamt machten die erneuerbaren Energien im Durchschnitt knapp ein Drittel der Stromproduktion aus, wobei die Wasserkraft allein 26,5 Prozent dazu beitrug.

Produktionsmix deutlich schmutziger

Im Gegensatz dazu produzierten die vier Unternehmen im vergangenen Jahr 41,3 Prozent ihres Stromes mit Atomkraft, 27,8 Prozent stammte aus Gas- oder Kohlekraftwerken. Der Produktionsmix der vier grossen Stromproduzenten sei damit deutlich schmutziger als der Landesmix, hiess es weiter. Dieser liege bei 60 Prozent Wasserkraft und 32 Prozent Atomkraft.

Während die Wasserkraftwerke der vier Energieunternehmen alle in der Schweiz stehen, wird der Atomstrom rund zur Hälfte in der Schweiz und in Frankreich produziert, die Gaskraftwerke stehen in Italien, und die Windkraft kommt ebenfalls aus Italien sowie aus Deutschland.

Am meisten Treibhausgas von Alpiq

Diese Abhängigkeit von nuklearen und fossilen Energiequellen führte im vergangenen Jahr dazu, dass mehrere ungeplante Ereignisse – wie der Ausfall von französischen Atomkraftwerken, höhere Strompreise im Ausland oder hohe Sommertemperaturen in Italien – hauptsächlich mit Gas- und Kohlestrom kompensiert wurden.

Und das wiederum liess die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde der vier Energieriesen stark ansteigen. Den grössten Beitrag zur Klimaerwärmung durch ausgestossene Treibhausgase leistete sich im letzten Jahr Alpiq mit einer grösseren Stromproduktion aus Erdgas und ihrem Kohlekraftwerk in Tschechien, das rund 14 Prozent des gesamten Stromes generiert.

Dahinter folgt Repower mit seinen Gaskraftwerken im Ausland. Im Vergleich zu 2016 habe das Unternehmen wegen der erhöhten Stromproduktion aus Erdgas die Emissionswerte fast verdoppelt. Weil auch die BKW ihre Stromproduktion aus Steinkohle und Erdgas gesteigert habe, verlor sie den Spitzenplatz an die Axpo, so die Studie. Doch auch diese erhöhte ihren Anteil an fossiler Stromerzeugung im letzten Jahr.

Axpo produziert weniger Dreck

Beim produzierten radioaktiven Abfall führt die Axpo mit 28 Kubikmillimeter (mm3) pro Kilowattstunde die Rangliste an. Grund dafür ist ihr hoher Atomstromanteil von fast 50 Prozent. Gleich dahinter folgt die BKW mit relativ hohen 23 mm3 pro Kilowattstunde. Die Alpiq verursachte mit 16 mm3 weniger als im letzten Jahr, und Repower produzierte mit 5 mm3 mit Abstand am wenigsten nuklearen Abfall.

Von den vier grossen Produzenten konnte nur die Axpo ihren Anteil an umweltbelastendem Strom reduzieren. Dies sei aber vor allem auf die verminderte Stromproduktion aus den stillstehenden Atomkraftwerken Beznau I und Leibstadt zurückzuführen, heisst es.

Diese Entwicklung laufe den Zielen der Energiewende entgegen, kritisierte der SES-Projektverantwortliche Moritz Bandhauer gemäss der Mitteilung. Der Atomausstieg sei aufgrund des Neubauverbots zwar nur eine Frage der Zeit und die Annahme des Pariser Klimaabkommens stärke die Bemühungen für einen schnellen Ersatz der fossilen Energien.

Investitionen in erneuerbare Kraftwerke

Doch damit der Strom aus den abzulösenden alten Atomkraftwerke nicht einfach durch den relativ billigen Strom aus fossilen Kraftwerken ersetzt werde, brauche es «dringend verstärkte Investitionen» in neue erneuerbare Kraftwerke. Das gelte auch für die Schweiz.

Für Bandhauer sind dabei nicht nur die Energieversorger, sondern auch die Politiker in der Pflicht. Die Energiewende könne nur mit einem neuen Strommarktdesign realisiert werden, bei dem neue erneuerbare Energien begünstigt würden.





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