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Marcel Dobler glaubt an Franz Carl Weber: Knuddeln statt klicken

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ZÜRICH –
Der Geschäftsführer von Franz Carl Weber hat die richtigen Leute mit dem dicken Portemonnaie gefunden, um das Spielwarenhaus zumindest teilweise zurück in Schweizer Hände zu bringen. Gestern stellten die neuen starken Männer ihre Pläne vor.

Das Spielwarengeschäft Franz Carl Weber ist wieder in Schweizer Händen. Zumindest zu zwei Dritteln. Acht Jahre lang war es eine Tochter des serbelnden französischen Ludendo-Konzerns.

Jetzt gehört das Zürcher Traditionshaus zu einem Drittel seinem welschen Geschäftsführer Yves Burger (51), dem St. Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler (40) und dem deutschen Spielzeughersteller Simba Dickie. Kaufpreis: unbekannt – aber wohl nicht allzu hoch, schliesslich steckt Ludendo in Frankreich in Nachlassstundung.

«Heute Morgen hatten wir unsere erste Verwaltungsratssitzung und haben die letzten Dokumente unterzeichnet», sagte Dobler gestern. Anlass: seine erste Pressekonferenz als Spielzeug-König. Die fiel extrem knapp aus – denn viel zu sagen gibt es bisher nicht.

Dobler ist nicht operativ tätig

«Wir wissen noch nicht genau, wie wir Franz Carl Weber aufstellen werden. Das schauen wir in den nächsten Monaten an.» Er selbst will dabei nicht operativ tätig werden, sondern vor allem mit seinem Wissen helfen. Hintergrund: Dobler hat mit Digitec-Galaxus den heute grössten Onlineshop im Land aufgebaut.

Gut für das Projekt Franz Carl Weber sei schon mal, dass die Handelspartner nun wieder volles Vertrauen in die Firma hätten. «Das war nicht immer so», schaut Florian Sieber (32) von Simba Dickie zurück.

Auch darum muss der Umbau jetzt nicht Knall auf Fall gehen. Der Laden mit dem Rössli im Logo hat in den letzten Jahren zudem nie rote Zahlen geschrieben. Das überrascht in Zeiten der Vollgas-Digitalisierung, schliesslich hat Franz Carl Weber einen Online-Shop, der diesen Namen nicht verdient, steckt also noch im letzten Jahrhundert fest.

Wird Märklin jetzt billiger?

«Viele Spielwaren will man erleben und anfassen, bevor man sie kauft», erklärt Geschäftsführer Burger, warum er mit seinen schweizweit 19 Geschäften und 240 Mitarbeitern bisher trotzdem Erfolg hatte. «Wir wollen noch mehr in die Kundenberatung investieren.»

Allerdings seien die Gewinne in den letzten Jahren geschmolzen. Grund genug, an gewissen Schrauben zu drehen. «Klar brauchen wir jetzt auch einen zeitgemässen Internet-Auftritt», sagt Dobler. «Doch damit ist es nicht getan. Wir schauen uns auch das Marketing an. Und den Einkauf, schliesslich haben wir da jetzt einen guten Partner.»

Er meint die Deutschen von Simba Dickie, die unter anderem die Modelleisenbahn-Klassiker von Märklin unter ihrem Dach fertigen. Wird jetzt Märklin billiger? Dobler weicht aus. «Die Kunden werden die Veränderungen wohl erst in anderthalb Jahren sehen, es gibt in unserem Geschäft eine Vorlaufzeit.»





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