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Glace, Pool und Sonnenschirm im Gehege: So schützt der Zoo die Tiere vor Hitze und Dürre

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Die Schweiz erlebt einen Rekord-Juli: Temperaturen von über 30 Grad und die Trockenheit setzen Mensch und Natur zu. Auch die Schweizer Zoos haben sich einiges einfallen lassen, um die Tiere abzukühlen.

Die Kaiserpinguine im Zoo Zürich haben Ausgehverbot. Für den majestätischen Vogel ist es zurzeit nämlich viel zu heiss. Sie verbringen den Tag drinnen im klimatisierten Gehege. Der Kaiserpinguin ist das einzige Tier im Zoo Zürich, das diesen Luxus geniesst.

Affen, Elefanten und Schneeleoparden müssen, wie die Menschen auch, die Hitzewelle aushalten. «Die Tiere können damit grundsätzlich gut umgehen. Die einzige Gefahr wäre, dass sie einen Hitzschlag erleiden», sagt Zoodirektor Alex Rübel zu BLICK.

Um dem vorzubeugen, biete man den Tieren Schattenplätze im Aussenbereich an. Zudem hätten sie auch die Möglichkeit, sich ins Innengehege zurückzuziehen, wo es tagsüber kühler ist.

Kurzhaarfrisur für Bisons

Im Kinderzoo Rapperswil wird die Hitzewelle ähnlich gehandhabt. «Die Tiere ziehen sich instinktiv in den Stall oder die Höhle zurück, wenn sie zu heiss haben. Da müssen wir gar nicht nachhelfen», erklärt Direktor Benjamin Sinniger. Eine Klimaanlage besitzt der Zoo nicht. «Das brauchen wir nicht, alle unsere Tierarten können bei Schweizer Klima leben – auch im Sommer», so der Zoodirektor.

Der Zoo Basel hat im Sommer in jedem Gehege einen Tümpel oder ein Bad installiert. Die Tiere kühlen sich selbst ab. So verlieren die Bisons beispielsweise ihr langes Fell, Pelikane hecheln, und die Schweine suhlen sich im Schlamm.

Zwischendurch dürfen die Tiere ausserdem auch Glace essen. Beziehungsweise an ihrem gefrorenen Futter schlecken. In Basel und Zürich setzt man auf diese Kühlmethode.

Zoo Zürich muss für Dürre blechen

Am meisten leiden müssen die Fische: Weil es so heiss ist, vermehren sich Algen im Aquarium – darunter auch giftige Arten. Der Zoo Zürich reguliert die Temperatur in den Aquarien, um die Fische vor dem Tod zu bewahren.

Mehr Probleme als die Hitze verursacht die Trockenheit. Der Zoo Zürich bezieht Trinkwasser von der Stadt. Das kostet natürlich. «Vor allem die Pflanzen brauchen jetzt wegen der Dürre deutlich mehr Wasser. Das geht schon ins Geld», so Alex Rübel. Der Zoo Zürich spart daher Wasser, wo es nur geht: Es wird recycelt, die Wege im Zoo werden trocken gereinigt.

Wasservorräte für Masoala-Halle bald leer

Auch für die Masoala-Halle könnte der ausbleibende Regen noch zu Problemen führen. Der Regenwald, der sich in der Halle befindet, muss regelmässig bewässert werden. Dazu sammelt der Zoo das Regenwasser vom Hallendach in einem Tank. Der hält aber höchstens zwei Wochen. Sobald der Tank leer ist, muss der Zoo ihn mit dem Wasser von der Stadt füllen – und dafür blechen. Bisher sei es aber noch nicht so weit, sagt Direktor Rübel.

Mehr Glück mit dem Wasser haben der Zoo Basel und der Kinderzoo Rapperswil. Rapperswil bezieht es aus dem Zürichsee, dessen Pegel bisher kaum gesunken ist, Basel vom Jura, wo es in den letzten Wochen vergleichsweise viel geregnet hat.

 





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