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Bund prognostiziert düstere Hitze-Szenarien: Hunderte Tote und Milliarden-Schäden

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Es wird auch nächste Woche Staubwolken geben, wenn Landwirte mit ihren Traktoren über die Felder fahren. Am Montag beginnen die Hundstage und der Regen vom Wochenende brachte kaum Besserung für die trockenen Böden.

Das Sommerwetter ist schön – kann aber auch ganz schön gefährlich werden. Der Bund rechnet mit Hunderten Toten und Milliardenschäden für die Wirtschaft. Wenn sich die derzeitige Hitze zu einer grossen Hitzewelle entwickeln sollte.

Die Schweiz erlebt die trockenste April-Juli-Periode seit fast 100 Jahren. Ähnlich niederschlagsarm war es laut Meteoschweiz landesweit letztmals im Jahr 1921. «Zum fehlenden Regen gesellt sich eine Rekordwärme, welche sogar jene aus dem Hitzejahr 2003 übertrifft», so die Wetterfrösche weiter. 

Dennoch sprechen die Behörden nicht von einer Hitzewelle – noch nicht. Dazu müsste es über längere Zeit über 35 Grad heiss sein – gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit.

450 Tote bei grosser Hitzewelle

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) hat eruiert, was der Schweiz bei grossen Hitzewellen droht: Dann würden rund 450 Menschen an den Folgen der enormen Hitze sterben. Rund 2500 Personen müssten im Spital behandelt werden.

Am stärksten betroffen wären ältere Menschen, Neugeborene, Kleinkinder und Schwangere. Auch die Wirtschaft leidet: Der Bund rechnet vor, dass eine grosse Hitzewelle zu einer Reduktion der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von rund 870 Millionen Franken führen würde. Dazu kommen weitere Millionen-Kosten wegen Schäden an Natur und Infrastruktur.

Fisch- und Baumsterben

Unabhängig von der Hitze kann auch allein Trockenheit massive Folgen für Mensch und Umwelt haben. Dann landen sie zwar nicht wegen Überhitzung im Spital, aber wegen Infekten: «Durch die sinkenden Wasserstände in stehenden Gewässern und den teilweise erhöhten Wassertemperaturen breiten sich leicht Keime und Bakterien aus, die Badende gefährden», so das Babs im Szenario.

Dramatischer ist die Lage für Tiere: In vielen Flüssen und Seen kommt es durch den geringen Wasserstand zu einem Fischsterben. Auf rund 200 Quadratkilometern sterben im Wald so viele Bäume ab, dass die Schutzleistung über 20 Jahre stark eingeschränkt ist.

Ernteausfälle und weniger Strom

Wirtschaftlich leiden die Bauern am stärksten, aber nicht nur: «Niedrige Flusspegelstände und steigende Wassertemperaturen schränken die Stromproduktion der Flusskraftwerke während der Trockenheit um bis zu 25 Prozent ein», so die Berechnungen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz.

Doch so trocken ist es derzeit noch lange nicht: «Die aktuelle Situation entspricht sicherlich noch nicht dem Szenario gross», so Babs-Medienchef Kurt Münger. Mehrere Parameter wie «flächendeckende Trockenheit», «Trockenheit während sechs Monaten», «vorangehende Trockenperiode» und «einige kürzere Hitzewellen» seien nicht erfüllt.

Bleibt dennoch zu hoffen, dass der Traumsommer bald mit einigen Regenfällen unterbrochen wird.

 





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