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Bloggerin wurde für Shitstorm von Ultrarechten bezahlt: «Für den Nagellack-Tweet gab es Geld von CasaPound»

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ROM (I) –
Die Fake News um die schiffbrüchige Afrikanerin Josefa war kein Zufall. Vielmehr hat eine professionelle Bloggerin den Shitstorm lanciert – und zwar für Geld.

Der Shitstorm um den roten Nagellack einer Schiffbrüchigen sorgte für internationale Schlagzeilen. Nun stellt sich heraus: er war gewollt und gut geplant. In einem Interview mit «La Stampa» gesteht die Autorin des ersten Tweets, der die ganze Empörung ins Rollen brachte, für eine rechtsradikale italienische Partei zu arbeiten.

Über 48 Stunden treibt Josefa im Mittelmeer, als sie vor einigen Tagen von der Proactive, einem Rettungsschiff des spanischen Hilfswerk Open Arms, aus den Fluten gezogen wird. Die Bilder von der traumatisierten Frau aus Kamerun während der Rettung und danach gehen um die Welt. Auf einem Foto hat Josefa rot lackierte Fingernägel. Ein Skandal für die rechten Italiener!  

Tweet kam von Profi-Bloggerin

Wie kann eine Frau, die vor Krieg und Elend flieht und aus dem Meer gezogen wird, lackierte Fingernägel haben? Diese Frage stellt Francesca Totolo (41) auf Twitter. Und sie löst einen Shitstorm gegen Josefa und ihre Retter aus. In verschiedenen italienischen TV-Sendern erklärt später eine Journalistin, die an Bord der Proactive war, dass die Nägel im Nachhinein lackiert wurden, um Josefa zu beruhigen (BLICK berichtete).

Doch die Beobachtung der Italienerin ist nicht rein zufällig. Francesca Totolo ist Profi-Bloggerin und verdient ihr Geld mit Fake News. «Ich lebe von Posts, bin 18 Stunden am Tag im Netz. Mich finanziert vor allem CasaPound», erklärt die Ultrarechte im Interview der Tageszeitung La Stampa. CasaPound, das ist eine neofaschistische Partei, die vor 15 Jahren von Mussolini-Anhängern in Rom gegründet wurde.

«Ich bin keine Politikerin, aber Patriotin»

Sie sei keine Politikerin, sondern empfinde sich als Patriotin, sagt Francesca Totolo weiter im Interview. Doch die Nazi-Bloggerin habe, laut dem Nachrichtenportal Giornalettismo, auch Verbindungen zur Moskauer und zur Londoner Redaktion der russischen Sputnik News. Zielscheibe ihrer Attacken auf den sozialen Netzwerken ist immer wieder – neben den Rettungseinsätzen im Mittelmeer – auch die Open Society Foundation vom US-Milliardär ungarischer Herkunft, George Soros (87), der unter anderem auch Reporter ohne Grenzen finanziert. 





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