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Amazon Halbjahres-Bilanz: Die größten Erträge sind nicht sichtbar

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Amazon legt seine Halbjahresbilanz für 2018 vor. Nach außen hin liefert wieder der Cloud-Dienst den Löwenanteil am Ertrag. Ein Blick unter die Haube offenbart, wo immer noch die wahren Stärken liegen: Servicegebühren und Werbegeschäft wachsen rasant.

Amazons neuer Quartalsbericht enthält auch die Halbjahresergebnisse und zeigt: Amazon wächst und produziert immer mehr Gewinn. Scheinbar ist der Technologie-Bereich, besonders die Cloud-Sparte AWS, zum entscheidenden Ertragstreiber geworden. Die reellen Verhältnisse bei Amazon sehen anders aus. Ein Blick auf die ersten Posten der Halbjahresbilanz zeigt, wie es wirklich ist: Rund 63,47 Milliarden US-Dollar Umsatz stehen 40,64  Milliarden Dollar Umsatz aus Gebühren und Dienstleistungen gegenüber. Fast 40 Prozent des Umsatzes fließen heute bei Amazon aus Gebühreneinnahmen.

Amazons Einnahmen aus Dienstleistungen und Werbung

Alleine 18,967 Milliarden Dollar Umsatz wirft der Bereich „Seller Services“ bei Amazon im vergangenen Halbjahr ab. Dann folgt Rund der Bereich „Other“ mit 4,2 Milliarden Dollar Umsatz, der im wesentlichen aus Werbeeinnahmen besteht. Und rund 6,5 Milliarden Dollar stammen schließlich von Gebühren der Endkunden-Abonnements.

Während die Endkunden-Abonnements quersubventioniert werden und die Beiträge eventuell nicht einmal kostendeckend sind, müssten die Umsätze aus dem Marketplace-Bereich zu einem großen Teil eigentlich eher als Erträge denn als Umsatz betrachtet werden. Die Kosten sind schätzungsweise vergleichsweise gering und werden teilweise sowieso schon anderen Geschäftsbereichen zugerechnet.  Da es aber keinen bilanzierten Geschäftsbereich „Marketplace“ gibt, lässt Amazon diese Posten hinter den Kosten des Unternehmens verschwinden. Immerhin 23,167 Milliarden Dollar Umsatz im ersten Halbjahr 2018, die zu einem großen Teil im Stillen zum Ertrag des Unternehmens beitragen.

Händleranteil steigt jetzt

Zum ersten Mal steigt der Händleranteil an den verkauften Artikeln in diesem Quartal bei Amazon auf 53 Prozent, ein deutliches Zeichen dafür, dass Amazon den Marketplace-Bereich stärker wachsen lassen will. Eine verständliche Entscheidung von Amazon: So wichtig auch der Eigenmarken-Bereich von Amazon geworden ist, es ist wesentlich einträglicher, andere  verkaufen zu lassen und schlicht Margen einzustreichen – ohne sich um lästige Dinge wie Produktion und Lieferung kümmern zu müssen.

Mit dem Händleranteil steigt auch der stille Ertrag noch weiter

Die Einnahmen aus den Bereichen „Services“ und „Advertising“ steigen sowieso schon enorm, letzteres Segment wuchs in diesem Quartal um 139 Prozent. Das Wachstum setzt sich durch das steigende Handelsvolumen auf dem Marktplatz stark fort, sollte Amazon den Anteil der Händler wie vermutet noch weiter steigern – dann sind weitere Umsatzsprünge zu erwarten.

Letzter Grund für die Ertragslage: Amazons Effizienzkurs zieht an

Amazon Chief Financial Officer Brian Olsavsky erwähnte in der Telefonkonferenz zur Bilanz sehr deutlich Bemühungen um Effizienzsteigerungen. Ein ungewöhnlicher Punkt für Amazon, die bekannt für Effizienz sind. Aber in der Vergangenheit ist gerade der Bereich Logistik so stark auf den Kunden fokussiert gewesen, dass andere Indikatoren bevorzugt wurden. Beispielsweise war es wichtiger, dass Sendungen so schnell wie möglich beim Kunden sind – die Kosten dafür waren zweitrangig. Jetzt scheint Amazon einen Punkt erreicht zu haben, der das aus ihrer Sicht bestmögliche Kundenerlebnis sichert und beginnt, die Logistik auch in Hinsicht der Kosten zu optimieren.

Die Nachricht zu dieser Analyse: Rekordgewinne bei Amazon: Händleranteil so hoch wie noch nie zuvor.

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