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BLICK macht den Selbstversuch: Was passiert mit einem Menschen im überhitzten Auto?

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WINTERTHUR ZH –
Jedes Jahr werden Tiere und Kinder im Auto vergessen. Unter Umständen führt dies zum Hitzetod. Wie sich die extremen Temperaturen auf den Körper auswirken, zeigt der BLICK-Test.

Hitze. Für meinen jungen Körper eigentlich kein Problem. Doch wie verhält es sich, wenn ich für eine halbe Stunde in der Sommerhitze im Auto eingesperrt bin? Schon nach wenigen Minuten steigt die Temperatur auf unerträgliche 45 Grad an. Obwohl ich regelmässiger Saunagänger bin, geht mir die Sonne an den Kragen.

Den Selbstversuch überwacht Hausarzt Jean-Jacques Fasnacht. Er misst meinen Blutdruck, meinen Puls und meine Körpertemperatur. Trotz seiner Anwesenheit bin ich nervös, mein Herz pumpt schon zu Beginn mit 100 Schlägen pro Minute. Der Schweiss rinnt von jedem Zentimeter meiner Haut herunter. Dieses Auto ist die Hölle!

 

Bereits nach 15 Minuten kanns gefährlich werden

Schon nach einer Viertelstunde misst Fasnacht bei mir über 38 Grad Celsius – Tendenz steigend. Dennoch muss man sich bewusst werden, dass mein Körper sich ganz gut schlägt. Viel verheerender ist es, wenn Personen ihr Kind oder Tier im Auto an der prallen Sonne vergessen. Denn: «Wegen der geringen Körpergrösse findet kein Wärmeausgleich statt», erklärt Fasnacht. 

Eine Statistik aus den USA zeigt das Ausmass: Jedes Jahr sterben dort rund 40 Kinder qualvoll in überhitzten Autos. Es geht schneller als die meisten denken: Bei Temperaturen über 35 Grad kann das Klima im Auto bereits nach 15 Minuten lebensgefährlich für Mensch und Tier werden.

Auch in der Schweiz sterben Kinder im Auto an der Hitze

Nicht nur in Amerika sind solche Tragödien schon vorgekommen. Auch in der Schweiz hat beispielsweise 2015 eine Mutter auf einem Campingplatz im Tessin ihre 6-jährige Tochter im Auto zurückgelassen. Diese starb noch im Auto.

Nach 30 Minuten sitze ich da – komplett schweissgebadet. Ein Schwindelgefühl macht sich bemerkbar. «Wir müssen den Versuch jetzt abbrechen», verkündet Fasnacht und streckt mir ein Glas Wasser entgegen. Dankend nehme ich es an und trinke es in einem Zug leer. «Ein Baby wäre jetzt vermutlich tot», sagt der Arzt. Zum Glück lebe ich.

Mitarbeit: Andreas Hobi





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