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Karte sorgt für Aufruhr: Will Erdogan das Osmanische Reich wieder errichten?

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Eine Karte, die im türkischen Staatssender TRT zu sehen war, sorgt für Diskussionen: Sie zeigt die das türkische Staatsgebiet – in der Grösse des Osmanischen Reiches.

Seit wenigen Tagen ist Recep Tayyip Erdogan so mächtig wie kein türkischer Staatschef zuvor: Er ist seit seiner Vereidigung nicht nur nur Staats-, sondern auch Regierungschef. Erdogan ist ambitioniert, will die Türkei zu seiner früheren Grösse zurückführen – und kritisiert immer wieder die heutigen Grenzen, die man nicht freiwillig akzeptiert habe, wie er 2016 in einer Rede sagte. 

Eine Karte, die im türkischen Staatssender TRT zu sehen war, nährt nun den Verdacht, dass sich Erdogan eine Türkei nach Vorbild des Osmanischen Reichs wünscht. 

Die Karte war im Hintergrund zu sehen, als ein Soldat der Freien Syrischen Armee einem TRT-Haber-Reporter ein Interview gibt, wie die «Huffingtonpost» berichtet. Das Interview fand in der von türkischen Soldaten mitkontrollierten syrischen Stadt Dscharabulus statt. Die Freie Syrische Armee handelt in Syrien in enger Abstimmung mit dem türkischen Militär.

Syrien, Israel und der Libanon als türkisches Staatsgebiet

Auf der Karte wird nicht nur die heutige Türkei als türkisches Staatsgebiet ausgewiesen, sondern auch Syrien, Israel, der Libanon und fast ganz Nordafrika. Dies ähnelt stark dem Osmanischen Reich im 18. Jahrhundert. Auch Teile Marokkos gehören gemäss der gezeigten Karte zur Türkei – das nordafrikanische Land gehörte jedoch nie dem Osmanischen Reich an.

Die türkischen Medien zeigen regelmässig Karten, die ein grösseres türkisches Staatsgebiet zeigen. Immer wieder stellt auch Erdogan die heutigen Grenzen in Frage. Vor zwei Jahren sagte er am Todestag von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk: «Wir werden nicht Gefangene auf 780’000 Quadratkilometern sein.»

In einer anderen Rede sagte er: «Wir haben unsere derzeitigen Grenzen nicht freiwillig akzeptiert.» Die Gründungsväter der Türkei seien ausserhalb der Grenzen geboren worden – eine Anspielung auf den Widerstand gegen den Vertrag von Lausanne von 1923. Darin wurden unter anderem die heutigen Grenzen der Türkei festlegt.

Türkische Flaggen in Syrien

2016 rückte die Türkei mit Panzern, Artillerie und Kampfjets auf syrisches Territorium vor. Im Norden Syriens sind grosse Gebiete von Dscharabulus über Afrin unter Kontrolle der türkischen Truppen. Erdogan beteuert, diese Gebiete wieder zurückzugeben. Die in Afrin gehissten türkischen Flaggen lassen daran aber zweifeln. (sga)





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