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Eva Amstad erlebt Albtraum mit Zügelmännern: «Sie haben alles zerstört, was mir lieb war»

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WIENACHT-TOBEL AR –
Eva Amstad ist wegen einer schweren Krankheit zu schwach, um selbst zu zügeln. Darum engagiert sie «Profis». Diese stellen sich aber als Dilettanten heraus und verwüsten ihren Hausrat. Trotzdem soll sie dafür über 2500 Franken zahlen.

Die bleiche Haut von Eva Amstads (59) dünnen Ärmchen ist übersät mit Dutzenden kleiner Blutergüssen. Die jahrelange Kortison-Behandlung hat Spuren hinterlassen. Sie sitzt in ihrem Wohnzimmer in Wienacht-Tobel AR. Abgekämpft. Alles ist vollgestellt mit Zügelkartons, die sie auspacken will. Bloss fehlt Amstad die Kraft dazu. Sie atmet schwer – will sie etwas sagen, muss sie Pausen machen. Trotz Sauerstoffschläuchen, die sie Tag und Nacht in ihrer Nase hat, ist sie ständig ausser Atem.

Amstad ist krebskrank und leidet zudem an einem schlimmen Lungenemphysem.

Ende Juni sind sie und ihr Mann Markus (56) in diese 4-Zimmer-Wohnung eingezogen. Zuvor hat das Ehepaar in Hundwil AI in einem schönen Haus mit grossem Garten gelebt. Hier soll nun alles einfacher werden.

Komplettservice für 1600 Franken?

Doch der Umzug ist zu viel für die beiden. Zu anstrengend. Auch Markus Amstad ist nicht gesund, kann beim Zügeln kaum helfen. Hat mehrere Herzinfarkte hinter sich, arbeitet aber trotzdem noch als Milchlieferant nachts und frühmorgens.

Das Paar war deshalb auf die Hilfe von Umzugs-Profis angewiesen. Diese buchten sie via Umzugspool.ch. Der Preis schien unschlagbar: ein Komplettservice für 1600 Franken.

Es folgt die böse Überraschung: Die vier Zügel-Profis kommen zu spät. Verstehen kein Deutsch. Beladen rücksichtslos und zocken am Ende das hilflose Ehepaar Amstad ab.

«Da ist nichts heil geblieben!»

Eva muss hilflos zuschauen, wie die Mitarbeiter Kartonkisten und Möbel grob in zwei Lieferwagen schmeissen, während ihr Mann bei der Arbeit ist.

Tiefpunkt des Zügel-Horrors: Ein Lieferwagen gerät durch das grobe Beladen ins Rollen, donnert rückwärts ein Wiesenbord runter, knallt in einen Weidezaun. «Es schepperte und klirrte – da ist nichts heil geblieben!», sagt Eva Amstad.

In Wienacht-Tobel geht der Horror weiter. Die «Profis» stellen den Hausrat einfach in den Hauseingang ab. Versperren so den Zugang zum Haus. Amstad: «So war das alles nicht abgemacht!»

Der Firmenchef streitet alles ab

Trotzdem: Ihr Mann unterschreibt am Abend blauäugig den Arbeitsrapport. Was er nicht bemerkt: Er hätte alle Schäden notieren müssen. Beim Auspacken wird das Ausmass klar. «Die haben alles zerstört, was mir lieb war», sagt Eva Amstad mit Tränen in den Augen.

Dreist: Umzugspool.ch schickt Amstad Tage später auch noch eine viel höhere Rechnung. «Statt wie offeriert 1600 Franken kostet mich der Umzug satte 2500 Franken», sagt Amstad. Für die Schäden will die Zügelfirma aber nicht aufkommen.

Die Firma Umzugspool.ch streitet alles ab. Inhaber Ergül Dede: «Die Amstads haben den ganzen Hausrat selbst in Kartons verpackt und die Möbel demontiert – wir wissen darum nicht, ob die Schäden von uns verursacht wurden.» Für ihn zähle nur das Arbeitsprotokoll.

Zügelfirma droht mit Inkasso

Immerhin räumt er ein, dass die Mitarbeiter nicht fehlerfrei gearbeitet hätten. Amstad streite jetzt aber nur, weil sie nicht zahlen wolle. «Das ist ein alter Trick», sagt Dede.

Auch den Unfall mit dem Lieferwagen stellt Dede anders dar. Dieser habe es zwar gegeben, der Lieferwagen sei jedoch leer gewesen. Dede beharrt darum auf seiner Forderung. Der todkranken Amstad droht er zudem mit einer Inkasso-Firma. «Das Geld will ich sehen, basta!», sagt er.

 





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