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Wegen Belästigung einer Praktikantin: CS schmeisst Investment-Banker raus

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Eine Filiale der Credit Suisse in New York. Die Schweizer Grossbank soll Kundenberatern 300 Millionen Dollar an Lohn vorenthalten haben. (Archiv)

NEW YORK (USA) –
Einige Investmentbanker halten sich noch immer für die «Master of the Universe» – die Herren des Universums. Nun ist einer von ihnen rausgeflogen: ein CS-Banker in New York, weil er eine Praktikantin belästigt haben soll.

Unter den Bankern in New York gibt es offenbar einen Sommerspass: Sie wetten darauf, wie lange es dauert, bis der erste CS-Banker auffliegt, weil er sich unflätig benommen hat. So erzählt es das Finanzportal «Dealbreaker». Das hat auch damit zu tun, dass während der Sommer-Semesterferien zahlreiche Praktikanten bei der Credit Suisse und anderen Grossbanken erste Erfahrungen im Bankwesen sammeln wollen. Die Gelegenheit, sich als Vorgesetzter gegenüber Praktikanten schlecht oder gar unsittlich zu benehmen, ist grösser als sonst.

Lange mussten die New Yorker dieses Jahr offenbar nicht warten: Aus dem Gerücht von Ende Juni ist nun Gewissheit geworden. Die Credit Suisse hat ein hohes Kadermitglied aus dem Investment-Banking rausgeworfen. Das meldet das Finanzportal «Finews» unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Mann, der für die Bank grosse Firmendeals abgewickelt hat, soll nach einem Firmenausflug eine Praktikantin belästig haben.

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art

Von einer Massage schreibt «Dealbreaker». Davon, dass das Verhalten des Mannes so aus dem Ruder gelaufen sei, dass andere Praktikanten den Sicherheitsdienst zu Hilfe rufen mussten. Da der Mann offenbar schon früher in ähnliche Vorfälle verwickelt war, hat die Bank nun durchgegriffen.

Der Druck von Öffentlichkeit und Grossaktionären auf Grossbanken steigt: Ein Auge zudrücken bei internen Übergriffen, das geht nicht mehr. Konzernchef Tidjane Thiam (55) hat sich erst kürzlich für Nulltoleranz bei sexueller Belästigung ausgesprochen. Dass diese Nulltoleranz auch durchgesetzt wird, dafür sorgt seit Anfang Juli eine Ombudsfrau für ethische und Verhaltensfragen. Diese Anlaufstelle soll künftig jeden Verdacht auf Belästigung überprüfen. (koh)





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