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So gehen Solothurner mit Fäkalkeimen im Trinkwasser um: Uns stinkts (ein bisschen)!

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DULLIKEN SO / OBERGÖSGEN SO / LOSTORF SO –
Wer in einem der drei Solothurner Dörfer Dulliken, Obergösgen oder Lostorf wohnt, der hat im Moment zu beissen. Nicht nur an der Hitze. Auch am Trinkwasser, das seit Montag abgekocht werden muss. BLICK hat die betroffenen Bürger besucht.

Die Einwohner in Dulliken, Obergösgen und Lostorf im Kanton Solothurn trauten letzten Montag ihren Augen nicht: Mit einem Flugblatt werden sie informiert, dass ihr Trinkwasser verunreinigt ist – mit Fäkalkeimen! Heisst: Bis auf weiteres müssen sie ihr Wasser abkochen – oder es einkaufen gehen.

BLICK wollte wissen: Wie ist die Stimmung vor Ort? Zur Überraschung stinkt es den Bürgern nur ein wenig, dass sie jetzt andere Lösungen für ihr Trinkwasser finden müssen.

Maurizio Grisenti (61) aus Dulliken etwa, kauft sich einfach ein Sechserpack Wasser. «Damit ich mir einen Teller Teigwaren kochen kann», so der Innendienstmitarbeiter. «Meistens dauert so eine Verschmutzung ja nur ein paar Tage. Und sonst kaufe ich wieder Wasser.»

Nachbardörfer nicht betroffen

Locker nimmt es auch Monika Peier (46), Inhaberin von Monika’s Hooregge in Dulliken: «Zum Haarewaschen ist das Wasser kein Problem. Und für die Kaffeemaschine kaufen wir Wasser ein.»

Im nahen Obergösgen sitzt Hans Lang (56) in einer Gartenbeiz. Der Töffmechaniker muss sich keine Sorgen machen, obwohl er im Nachbardorf Niedergösgen SO wohnt. «Da habe ich Schwein gehabt», grinst er.

Nicht so viel zu lachen hat Sandro Baumann (26). «Es war eine grosse Umstellung ohne Trinkwasser», sagt der Küchenchef vom Kreuz in Obergösgen. «Da überlegt man zuerst mal, was man alles ändern muss. Und dann heisst es: Wasser abkochen!» Es sei ein «extremer» Mehraufwand.

Für Pflanzen kein Problem

Wie sieht es für die Pflanzen aus? «Kein Problem», sagt Philipp von Arx (37), Inhaber Blumen & Garten in Obergösgen. «Pflanzen kann man auch mit leicht verschmutztem Wasser giessen.» Es sei vielleicht sogar etwas besser: «Wie Dünger!»

Kaum zu klagen, haben auch Putzfrauen. Lydia Salzmann (42), die in Obergösgen helfen geht: «Wir merken nicht, wenn etwas Schlechtes im Wasser ist. Und wir haben ja gute Putzmittel.»

Merken tut es dafür Olivia Fierz (19), die in Obergösgen fürs Rote Kreuz unterwegs ist. «Die Menschen sind wegen des schlechten Wassers schon ein wenig gestresster als sonst», sagt sie. Wenn sie selber in Basel betroffen wäre, würde sie sich zuerst richtig informieren.

Warten auf sauberes Trinkwasser

Marcel Lüscher (50) ist informiert. Sein Gartenpool – kein Problem. «Das Wasser ist seit Mai drin», so der Pöstler aus Lostorf. Auch in der Küche bleibt man entspannt. «Wir kochen das Wasser ab oder filtern es etwas. Und sonst nehmen wir ab und zu ein Bierchen mehr.» Er hoffe aber schon, dass das Trinkwasser bald wieder sauber ist.

Roger Tschuor (41) aus Lostorf sorgt schon mal vor. Und kauft ein ganzes Einkaufswägeli voll mit Wasser. «Ich brauche es zum Zähneputzen, für meine Tiere und zum Abwaschen», grinst der Logistiker. Warum nicht Wasser abkochen? «Das ist mühsam. Und man muss immer dran denken.» Hoffentlich nicht mehr allzu lange.





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