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Putz-Ekel-Problem in Schweizer Hotels: So erkennen Sie, ob richtig sauber gemacht wurde

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ZÜRICH –
In Hotelzimmern ist es nicht immer so sauber, wie es sein sollte. Eine Expertin der Hotelfachschule Zürich erklärt, wie Hotelgäste der Sauberkeit auf den Grund gehen können.

Sauberkeit bei Hotels – ein grosses Thema. Und ein heikles, wie der BLICK-Bericht über den Putz-Ekel in Zürcher Luxushotels gezeigt hat. Oft müssen Reinigungsfrauen aus Zeitdruck alles mit demselben Lumpen putzen. Eine unappetitliche Vorstellung für Gäste – stressige und demotivierende Arbeitsumstände für die Angestellten. Doch was bedeutet die mangelnde Hygiene für die Gäste? Müssen Feriengäste künftig mit UV-Licht und Lupe bewaffnet vor dem Einchecken zuerst die Zimmer kontrollieren?

Yasmin Bauer (30) lehrt als Leiterin Housekeeping (deutsch: Hauswirtschaft) in der Hotelfachschule Belvoir Zürich das zukünftige Hotelpersonal, wie Zimmer korrekt gereinigt werden. Aus langjähriger Erfahrung weiss Bauer genau, worauf es bei der Sauberkeit ankommt. In den Musterzimmern der Hotelfachschule erklärt sie BLICK, wie Hotelgäste ihre Zimmer selbst überprüfen können.

Schmutzquellen gibt es im Badezimmer viele

Als Erstes kniet sie sich neben das Bett und schaut darunter. «Hier kontrolliere ich, ob gesaugt oder sogar nass aufgenommen wurde», sagt sie. Ist an verborgenen Stellen Dreck, dann schrillen bei der Expertin die Alarmglocken. Auch das Bett selbst untersucht sie genaustens. «Entfernen Sie an einer Ecke das Bettlaken und schauen Sie sich die Matratze an», rät sie Hotelgästen. Der Gedanke an gelbe Urinflecken lässt sie erschaudern. 

«Neben dem Bett ist die Sauberkeit im Badezimmer am wichtigsten», so Bauer. Hier lauert es nur so von potenziellen Schmutzquellen: das WC, Spiegel, Armaturen, Fugen, Abflussstöpsel. Alles nimmt die Expertin genau ins Visier. Nahe rangehen und keine Berührungsängste zeigen auch bei der Toilette, sind ihre Tipps. Was sie hier nicht sehen will: Haare, Seifenreste und Urinspuren.

Auch mit der Nase der Sauberkeit hinterher

Auch für Staubjagd hat die Expertin Tipps auf Lager. «Kontrollieren Sie auf dem Fernseher oder bei der Nachttischlampe», so Bauer. Auch wo nicht jeder hinschaue, müsse es im Hotelzimmer sauber sein.

Schliesslich empfiehlt Bauer Hotelgästen, auch mit der Nase zu kontrollieren. «Komme ich in ein muffiges Hotelzimmer, gibt es häufig ein Problem mit der Sauberkeit», weiss sie. Auch falschen Putzmitteln kommen Gäste so auf die Spur. Riecht das Zahnputzglas ätzend, dann wurde wahrscheinlich mit dem WC-Mittel gereinigt. 

Können Gäste bei teuren Zimmern eine bessere Reinigung erwarten? Nein, sagt Yasmin Bauer. «Jeder Gast hat ein Recht auf ein sauberes Zimmer. Da ist es egal, wie viele Sterne das Hotel hat oder wie viel der Gast für sein Zimmer bezahlt hat.»





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