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Waren die Bitcoin-Rekordwerte das Ergebnis gezielter Manipulationen?

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Eine neue Untersuchung legt nahe, dass die Bitcoin-Kursexplosion von 2017 zumindest in Teilen auf gezielte Preismanipulationen zurückzuführen ist. Damit erhärtet sich der Verdacht gegen die Kryptobörse Bitfinex, deren Betreiber die Vorwürfe jedoch zurückweisen.

Schon seit geraumer Zeit steht der Verdacht im Raum, dass die Betreiber der Kryptobörse Bitfinex ihre eigene Kryptowährung Tether dazu genutzt haben, um den Kurs von Bitcoin und anderen Digitalwährungen zu manipulieren. Neue Anhaltspunkte liefert jetzt eine Untersuchung des US-amerikanischen Uniprofessors John Griffin, der bereits in der Vergangenheit Betrugsfälle auf den Finanzmärkten aufgedeckt hat. Er und sein Kollege Amin Shams kommen zu dem Schluss, dass Tether-Transaktionen im Jahr 2017 für die Hälfte des Kursanstiegs von Bitcoin und 64 Prozent der Kursanstiege anderer Kryptowährungen verantwortlich sind. Dementsprechend seien die Rekordkurse des letzten Jahres eben nicht durch echtes Investoreninteresse entstanden.

Griffin und Shams haben den Token-Fluss in und aus Bitfinex untersucht. Dabei stießen sie auf ein Muster, das nahelegt, dass die Kryptobörse oder jemand innerhalb des Unternehmens aktiv daran gearbeitet hat, die Preise von Kryptowährungen nach oben zu drücken, wenn sie an anderen Börsen fielen. Zum Kauf nutzten der oder die Verantwortlichen die Kryptowährung Tether, die in einem engen Zusammenhang zu Bitfinex steht. „Zusammenfassend liefern unsere Ergebnisse erhebliche Unterstützung für die Ansicht, dass Preismanipulationen möglicherweise hinter beträchtlichen Marktverzerrungen im Bereich der Kryptowährungen stehen“, heißt es in der Schlussbemerkung ihres Papers.

Bitcoin-Kursmanipulation: Bitfinex steht schon länger im Verdacht

Die Vorwürfe gegen Bitfinex stehen bereits seit einiger Zeit im Raum. Das Unternehmen hat die Beteiligung an einer Marktmanipulation jedoch stets zurückgewiesen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll auch die US-Finanzaufsicht wegen möglicher Manipulationen ermitteln. Die Bitfinex-Betreiber sollen deswegen bereits Ende 2017 eine Vorladung erhalten haben. Genau genommen sind Bitfinex und Tether zwar zwei voneinander unabhängige Unternehmen. Bitfinex ist allerdings ein großer Anteilseigner von Tether und auch darüber hinaus soll es enge Verbindungen geben.

Tether wirbt damit, dass für jeden Token ein US-Dollar auf einem Bankkonto liegt. Das wird von vielen Marktbeobachtern jedoch angezweifelt. Um die Vorwürfe zu entkräften, engagierte das dahinterstehende Unternehmen 2017 eine unabhängige Buchprüfungsfirma. Ein vorläufiger Bericht der Buchprüfer hat zwar die Angaben der Tether-Macher bestätigt, bevor jedoch der endgültige Bericht vorgelegt werden konnte, stellte Tether die Zusammenarbeit mit den Buchprüfern ein.

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