Home IT Recruiting mit Risiko: Warum Klarna jetzt ganze Teams einstellen will

Recruiting mit Risiko: Warum Klarna jetzt ganze Teams einstellen will

3
0
SHARE

Sich mit mehreren Kollegen zusammen bei einem neuen Unternehmen zu bewerben, kann Vorteile haben. Doch für ein Unternehmen kann das ein echtes Risiko darstellen. Zahlungsdienstleister Klarna probiert es trotzdem aus.

Wenn man ehrlich ist, sind es oftmals die Kollegen und der Spirit im Team, der mit darüber entscheidet, ob ein Job der richtige ist. Warum also nicht zusammen im Team das Unternehmen wechseln? Was im asiatischen und amerikanischen Raum deutlich häufiger vorkommt als hierzulande, will jetzt auch der Payment-Anbieter Klarna ausprobieren.

Seit dieser Woche können sich Teams zwischen zwei und fünf Personen über die Karriereseite des Unternehmens bei Klarna bewerben. Dazu wurde der Recruiting-Prozess durch einige teambasierte Aufgaben und Tests ergänzt. Die neue Möglichkeit ist zunächst ausschließlich für den Marketingbereich verfügbar. Sollte sich der neue Recruiting-Ansatz allerdings bewähren, werden die Teambewerbungen auch in allen anderen Abteilungen zugelassen.

Auch Klarna sucht nach geeigneten Fachkräften

Dass Klarna so einen ungewöhnlichen Schritt geht, hat mit dem Wachstum des Unternehmens zu tun: Im vergangenen Jahr hat es den Konkurrenten Billpay übernommen. Bis zu 1.000 neue Mitarbeiter will Klarna alleine in den nächsten sechs Monaten einstellen – ein ambitioniertes und mehr als sportliches Ziel angesichts des Fachkräftemangels. Das Anheuern ganzer Abteilungen kann da für ein Unternehmen vorteilhaft sein – schließlich kennen sich die Kollegen bereits untereinander und können auf diese Weise schneller ein Höchstmaß an Produktivität erlangen. Genau das kann aber auch ein Risiko sein: Denn die Gefahr besteht, dass die Abteilung, die nach innen gut vernetzt ist, ein Eigenleben entwickelt und zu einem Fremdkörper im Unternehmen wird. Hinzu kommt, dass ein Team, das en bloc gekommen ist, möglicherweise auch wieder en bloc geht, wenn sich ein besseres Angebot bietet. Die Folge wäre ein riesiger Verlust an Know-how.

Klarna besteht aus vielen kleinen agilen Teams

Unternehmen sollten daher genau prüfen, in welchem Umfeld sie Mitarbeiter gruppenweise anheuern. Andererseits passt das Team-Hiring gerade bei Klarna aufgrund der modularen Organisationsstruktur gut – betont der Zahlungsdienstleister doch, dass seine 2.000 Mitarbeiter quasi in 250 kleinen Teams zusammenarbeiten, organisiert als Startups innerhalb des Unternehmens. Jedes Team besteht aus maximal acht Personen und arbeitet nach selbstdefinierten Missionen, Visionen, Zielvorgaben und KPI. Dieses Geschäftsmodell erlaubt Klarna, Innovationsprozesse schnell anzustoßen und gleichzeitig den Startup-Spirit beizubehalten. Allerdings dürfte es in einer solchen Organisationsstruktur erforderlich sein, dass man die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und das Verständnis füreinander stärkt.

Klarna jedenfalls expandiert gegenwärtig europaweit und hat 2017 mit einem weltweiten Umsatzwachstum von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein Rekordjahr verbucht. Besonders in der Unternehmenszentrale in Stockholm sowie am Standort in Berlin werden Marketingfachleute händeringend gesucht: „Eines der Ziele unseres Geschäftsmodells ist es, Teamplayer mit Unternehmergeist für uns zu gewinnen. Denn die meisten großen Unternehmen wurden nicht von einsamen Wölfen gegründet, sondern von ein paar Leuten, die den Traum hatten, gemeinsam etwas Großes zu erreichen“, erklärt David Sandström, CMO bei Klarna.

Das könnte dich auch interessieren:





LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here