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Die hohe Inflation macht dem türkischen Präsidenten zu schaffen: Steht Erdogans Wiederwahl doch auf der Kippe?

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In der Türkei finden am 24. Juni vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Präsident Recep Tayyip Erdogan hofft auf eine Wiederwahl. Doch seine Partei trägt die Verantwortung für die wirtschaftliche Misere des Landes.

In anderthalb Wochen entscheidet sich, wer die Türkei künftig führt. Und anders als es noch vor ein paar Wochen schien, braucht Präsident Recep Tayyip Erdogan alle Stimmen, die er kriegen kann. 

Denn: Sein Land ächzt unter den wirtschaftlichen Problemen. Zwar wächst die Volkswirtschaft, doch gleichzeitig wird die Lira immer schwächer. Im Mai stieg die Inflationsrate auf 12,15 Prozent, Tendenz steigend. 

Erdogans künstlicher Wirtschaftsaufschwung rächt sich

Der starke Anstieg der Teuerung hängt laut Experten mit der Kursschwäche der türkischen Lira zusammen. Im Mai war der Kurs der Landeswährung zum US-Dollar und zum Euro jeweils auf ein Rekordtief gefallen. Dies verteuerte importierte Waren deutlich. 

«Es gibt seit langem klare Anzeichen für eine Überhitzung der türkischen Wirtschaft», sagt der britische Wirtschaftswissenschaftler Timothy Ash in einem Interview mit «Spiegel Online». Das Wachstum sei von Erdogans AKP überstimuliert. 

Die Regierung habe über Konjunkturprogramme künstlich Geld in die Wirtschaft gepumpt, um diese weiter anzuheizen. Die Türkei habe es versäumt, ihr Ungleichgewicht von zu vielen Importen bei zu wenigen Exporten sowie die Inflation rechtzeitig auszugleichen.

Der türkische Präsident spricht von einer «westlichen Verschwörung»

Doch das will Erdogan nicht hören. Auf Twitter schrieb er, die Türkei gehöre weiterhin zu den Volkswirtschaften, die am stärksten zulegten – «trotz aller wirtschaftlichen Angriffe und der Spiele, die gespielt werden». Er wittert hinter den Verlusten der Lira und der hohen Inflation eine «westliche Verschwörung».

Doch die Bevölkerung ist verunsichert. «Alle reden darüber: auf dem Basar, die Ladeninhaber, die Taxifahrer machen sich Sorgen», sagt der Wirtschaftswissenschaftler Timothy Ash.

Das könnte Erdogan bei der angestrebten Wiederwahl auf die Füsse fallen. Denn seine Beliebtheit beim Volk verdankte er bisher dem wirtschaftlichen Aufschwung und den damit verbundenen Arbeitsplätzen.

In der Türkei finden am 24. Juni vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Bereits ab Freitag können die rund 100’000 in der Schweiz lebenden wahlberechtigten Türken wählen. (kin)





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