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Baby-Quäler Denis C. gefasst – jetzt spricht die Schwester im BLICK: «Ich bin erleichtert, dass mein Bruder wieder da ist!»

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Der Baby-Quäler von Appenzell Ausserhoden war eine Woche auf der Flucht. Am Mittwoch wurde Denis C. (32) von der Polizei gefasst. Jetzt spricht seine Schwester im BLICK über den Grund seiner Flucht.

Der Baby-Quäler von Appenzell Ausserhoden war seit einer Woche auf der Flucht (BLICK berichtete). Schweizweit wurde nach Denis C.* (32) gefahndet. Am Mittwoch wurde er am Abend gegen 19 Uhr in einer Wohnung im Zürcher Kreis 11 von der Polizei verhaftet. Seine Schwester Pascale C.* (35) erfuhr von BLICK von der Ergreifung ihres Bruders. «Gott sei Dank! Ich bin erleichtert, dass mein Bruder wieder da ist!», sagt sie.

Der 32-Jährige wurde im Dezember 2017 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte im Sommer 2015 den einjährigen Sohn seiner Partnerin immer wieder brutal misshandelt. Er trat, biss und brandmarkte das Baby. Seine Partnerin soll er zudem eingesperrt und geschlagen haben. Seit August 2017 sass er in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Pöschwies ein.

«Mein Bruder ist aus Angst geflohen»

«Mein Bruder ist kein Engel, auch wenn er sich oft als Opfer sieht, aber er ist aus Angst geflohen», erklärt Pascale C. seine Flucht aus der Klinik Schlosstal, einer allgemeinpsychiatrische Akutabteilung der Integrierten Psychiatrie Winterthur. Dort war der 32-Jährige wegen akuter Suizidalität seit Ende Mai in Behandlung.

Als verurteilter «Baby-Quäler» sei es seit seiner Inhaftierung immer wieder zu Auseinandersetzungen mit anderen Mitinsassen gekommen. «Er wurde nicht nur attackiert, sondern auch erpresst und musste Schutzgeld zahlen.» BLICK liegen Dokumente vor, die mehrere Übergriffe innerhalb der Haftanstalt beschreiben.

«Denis wurde in der JVA misshandelt»

Auslöser für den Suizid-Versuch war laut Pascale C. demnach ein Vorfall am 25. Mai in der JVA Pöschwies. «Denis wurde in der JVA misshandelt», sagt die Schwester. Der 32-Jährige wurde von einem Mithäftling attackiert und verletzt. C. wurde laut Schwester wegen «Aufwiegelung zu einem tätlichen Angriff» und «Gefährdung der Ordnung oder Sicherheit der Vollzugseinrichtung» per Disziplinarverfügung zu zwei Tagen Arrest verdonnert.

«Mein Bruder wurde nackt weggesperrt. Irgendwann bekam er dann eine Stoffhose», sagt sie. In Isolationshaft soll die Situation dann aber eskaliert sein. C. habe in seiner Zelle gewütet. Er habe nicht verstanden, warum er, obwohl er sich bei dem Angriff nicht zur Wehr gesetzt habe, in den Arrest kam. «Er hatte versucht, sich das Leben zu nehmen», sagt Pascale C.

«Denis wollte sich erhängen»

Kurz nach seinem Selbstmordversuch hatte sie zuletzt mit ihm telefoniert. Er sei total aufgelöst gewesen und habe geweint. «Mein Bruder war schon immer labil. Aber an diesem Tag war er psychisch total fertig.» C. war laut seiner Schwester so verzweifelt, dass er keinen anderen Ausweg mehr sah. «Am Schluss wurde ihm alles zu viel. Denis wollte sich erhängen.»

Während die Polizei den Häftling als «gefährlich und gewalttätig» einstuft, hat Pascale C. einen ganz anderen Blick auf ihren Bruder. «Er ist nicht gefährlich, sondern hatte Angst, wieder in die JVA zurückzukehren.» Mit der Flucht aus der Klinik habe er wohl seine Chance gesehen, den Übergriffen in der JVA zu entgehen.

* Namen der Redaktion bekannt





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