Home News Streit um «Aquarius»: Italiens Innenminister Salvini wirft Franzosen Heuchelei vor

Streit um «Aquarius»: Italiens Innenminister Salvini wirft Franzosen Heuchelei vor

3
0
SHARE

Um das Flüchtlings-Rettungsschiff «Aquarius» der französischen NGO SOS Méditerranée und der Aufnahme der sich darauf befindenden Migranten ist ein diplomatischer Streit zwischen Paris und Rom entbrannt.

Im Streit zwischen Rom und Paris um das Rettungsschiff «Aquarius» mit 629 Flüchtlingen an Bord muss der französische Botschafter in Rom zum Rapport im Aussenministerium antraben. Der italienische Innenminister Matteo Salvini wirft den Franzosen derweil Heuchelei vor und fordert eine offizielle Entschuldigung.

Grosses Gezänk zwischen Italien und Frankreich wegen dem Flüchtlingsschiff «Aquarius» mit 629 Menschen an Bord.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Italien wegen der Weigerung, die Flüchtlinge aufzunehmen, «Zynismus und Verantwortungslosigkeit» vorgeworfen. Er appellierte an Italien, das internationale Seerecht zu achten. Es schreibe vor, «dass im Notfall die nächstgelegene Küstenregion eine Pflicht zur Aufnahme» von Flüchtlingen habe.

Darauf reagierte Rom äusserst verärgert. Die neue, rechtskonservative Regierung machte deutlich, dass man «keine heuchlerischen Lektionen» von Ländern wie Frankreich zum Flüchtlingsthema brauche.

Salvini fordert Entschuldigung

Italiens Innenminister Matteo Salvini, der für die harte Flüchtlingspolitik verantwortlich ist, kritisierte die französische Regierung heute Mittwoch vor dem italienischen Senat scharf: «Frankreich schwingt gerne grosse Reden. Aber alleine in diesem Jahr haben sie selber mehr als 10’000 Flüchtlinge von ihren eigenen Grenzen abgewiesen, darunter viele Frauen und Kinder.»

Wegen dem Streit ist nun sogar der für diesen Freitag geplante Antrittsbesuch des neuen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte in Paris in Frage gestellt. Solange keine offizielle Entschuldigung von Frankreich erfolgt sei, «sollte Conte nicht nach Paris fahren», meint Salvini.

Am Mittwochvormittag wurde zudem noch der französische Botschafter in Rom ins italienische Aussenministerium zum Rapport vorgeladen.

Auf dem Weg nach Valencia

Die 629 Flüchtlinge hatten seit dem Wochenende auf der «Aquarius» im Mittelmeer ausgeharrt. Nachdem Italien und Malta sich fast zwei Tage lang geweigert hatten, das Schiff in einen Hafen einlaufen zu lassen, erklärte sich Spanien am Montag zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit.

 

Am Dienstagabend starteten die «Aquarius» sowie zwei italienische Schiffe in Richtung Valencia in Ostspanien, wie die Organisation SOS Méditerranée über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Um das Thema Migration streiten sich Paris und Rom häufiger. Auch Hilfsorganisationen werfen Frankreich oft vor, Flüchtlinge aus Italien mit Gewalt zurückzudrängen. (SDA/krj)





LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here