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Morgen eröffnet die Art Basel, die wichtigste Kunstmesse der Welt: «Jeder ist ein Künstler»

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Wer nach Basel kommt, sammelt Kunst als Liebhaberei. Für manchen ist sie ein Prestigeobjekt. Die Künstler wollen eine Botschaft transportieren, andere sehen ihren eigenen Körper als Kunstwerk. Kunst bedeutet in Basel für jeden etwas Eigenes.

Larissa Rusca (24) aus Zürich wird sich nie einen der Picassos kaufen können, die in Basel jetzt wieder zum Kauf stehen – für Preise von 12,5 bis 18 Millionen Dollars. An den Ständen der Galerien, die etablierte grosse Kunst verkaufen, drängen sich edel gekleidete Wohlhabende. Ein Picasso bringt Renommee, wer sich einen leisten kann, der ist ganz oben.

Larissa Rusca begeistert sich trotzdem für Kunst, und an der Art Basel wird sie sogar selber Teil eines wichtigen Werks. Dank Yoko Ono (85). Die Witwe von John Lennon und anerkannte Künstlerin will, dass auch das Publikum kreativ ist und Kunst nicht bloss ehrfürchtig geniesst. Ihr Kunstwerk «Mend Piece» (in etwa: zusammengesetztes Stück) besteht aus einem Tisch, voll mit zerschlagenem Porzellan. Dieses können Kunstbegeisterte wie Rusca mit Hilfe von Klebstoff und Paketschnur zu Objekten zusammenfügen, die dann ihrerseits ausgestellt und Teil von Onos Kunst werden.

Hauptsache, man wird zum Nachdenken angeregt

Moderne Künstler wiederum wollen mit ihren Werken eine Idee transportieren. Der Afroamerikaner Rashid Johnson (41) zum Beispiel, der im Moment in der Szene hoch gehandelt wird, möchte mit seiner Installation «Antoine’s Organ» europäische und afrikanische Kunst-Traditionen verschmelzen. Auf einem gewaltigen Gerüst platziert er selbstgefertigte Keramik, Elektrogeräte, gefundene Bücher und Topfpflanzen. Eine Idee, die nicht jeder sofort versteht. Muss man auch nicht. Hauptsache, man wird zum Nachdenken angeregt. Auch das ist moderne Kunst.

Für Kunstliebhaber ist sogar der eigene Körper Kunst. Er wird mit Sorgfalt ausgeschmückt wie ein Objekt. Etienne Dumont (70) aus Genf hat jedes Fleckchen Haut tätowieren lassen wie eine Leinwand. Anna Maria Staechelin (78) aus Basel macht sich mit 60er-Jahre-Sonnenbrille zum wandelnden Kunstwerk und die New Yorker Galeristin Linda Benrimon (32) gefällt sich in einem Hosenanzug von Zara. So pflegt man die Kunst des sich Kleidens: An ihr sieht er richtig teuer aus.





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