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BLICK-Reporter Fabian Vogt war mit 5000 anderen Journalisten vor Ort: Ich habe Weltgeschichte erlebt!

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SINGAPUR –
Den Gipfel verbrachte ich abgeschirmt im Pressezentrum in Singapur, ein paar Kilometer vom Hotel Capella entfernt. Trotzdem fühlte es sich an, als sei ich live dabei gewesen.

Den historischen Tag verbringe ich in einem funktionalen Grosraum. Mit Tausenden anderer Journalisten verfolge ich den Gipfel im Pressezentrum in Singapur. Ins Hotel Capella kamen ich und der Grossteil meiner 5000 Kollegen nicht. Wir werden trotzdem Zeuge des Moments, in dem das erste Mal ein nordkoreanischer Diktator einem US-Präsidenten begegnet. In dem vielleicht der Anfang gemacht wird für das Ende des rund 70 Jahre dauernden Korea-Kriegs, der Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Als Kim Jong Un um 2.27 Uhr Schweizer Zeit mit seiner Gefolgschaft im Luxushotel Capella eintrifft, haben wir nur noch Augen für den Bildschirm. Gebannt schauen TV-Reporter, Radio-Kommentatoren, Zeitungs-Journalisten und Kameramänner auf die Dutzenden Grossleinwände. Der Plauderton erlischt, Hektik herrscht. Mikrofone werden gezückt, Haare gekämmt, Tastaturen klappern. Als um 03.05 Uhr Schweizer Zeit der historische Händedruck Tatsache wird, sehe ich ein Lachen auf den meisten Gesichtern meiner Kollegen. «Unglaublich», sagt ein mexikanischer Journalist. «Ich hab es bis zuletzt nicht geglaubt.» Ihm geht es wie vielen.

Ein paar Stunden später hält Donald Trump seine Pressekonferenz ab, da sackt ein Journalist vor mir in seinem Stuhl zusammen. Ich frage ihn, was los sei. «Nordkorea hat einige Japaner inhaftiert. Trump hatte unserem Premierminister versprochen, sich mit Kim auch über deren Freilassung zu unterhalten. Das hat er offensichtlich nicht getan», sagt Hajime Misawa, der beim japanischen TV-Sender Mainichi Hōsō arbeitet. Sein Deutsch überrascht. «Ich war jahrelang in Berlin stationiert, habe unter anderem über den Fall der Berliner Mauer berichtet», erklärt er mir auf Nachfrage. «Dieser Gipfel hier hätte Ähnliches bewirken können.» Erst da wird mir so richtig klar: Ich habe Weltgeschichte erlebt.
 





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