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Am Samstag kommts zum Showdown in Lugano: Vincenz’ langer Schatten über der Raiffeisen-DV

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LUGANO TI –
Vier Tage nach Pierin Vincenz’ Entlassung aus der U-Haft steigt in Lugano die Raiffeisen-Delegiertenversammlung. Alle Augen werden auf Vincenz’ Ziehsohn, den aktuellen Raiffeisen-CEO Patrik Gisel, gerichtet sein.

Gestern Dienstag wurde Pierin Vincenz (62) nach 106 Tagen U-Haft entlassen, wie BLICK heute enthüllt hat. Jetzt wartet die Schweiz, ob Staatsanwalt Marc Jean-Richard-dit-Bressel (54) mit den gesammelten Informationen eine Anklage zusammenzimmern kann. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das Timing der Entlassung aus der U-Haft? Als hätte es sich ein Drehbuchautor ausgedacht. Denn nur vier Tage später treffen sich am kommenden Samstag in Lugano TI 164 von Vincenz‘ ehemaligen Untertanen, um an der ordentlichen Delegiertenversammlung (DV) Entscheidungen über den Gang der Bank zu treffen.

Vincenz erholt sich derweil mit seiner Frau Nadja Ceregato an einem geheimen Ort von den Strapazen der U-Haft. Er wird folglich in Lugano nicht anwesend sein. Und trotzdem das Tagesgeschehen dominieren. Denn die kritischen Punkte auf der DV-Traktandenliste haben direkt mit dem ehemaligen Raiffeisen-Boss zu tun.

Brisante Punkte drehen sich um Vincenz

Erstens: Die Entlastung von Geschäftsleitung um CEO Patrik Gisel (56) und dem Verwaltungsrat. «Es laufen mehrere Untersuchungen zur Affäre Vincenz. Und ohne deren Ergebnis zu kennen, sollen wir die Bankführung entlasten», zitiert die Zeitung «Der Bund» einen anonymen Raiffeisenbank-Präsidenten. Ein anderer ranghoher Genossenschafter sagt: «Wenn ich mich bei Delegierten aus meinem Regionalverband so umhöre, wollen viele der Bankspitze die Entlastung unter diesen Umständen verweigern.»

Die Angst, nicht entlastet zu werden und damit eine enorme Schlappe einzufahren, ist Grund genug für die Raiffeisen-Spitze, eine Verschiebung dieses Traktandums auf die ausserordentliche DV vom nächsten November zu erwägen. Ob das wirklich passiert, entscheidet die Raiffeisen-Spitze einen Tag vor der DV.

Vincenz muss drei Monate Nachrichten nachlesen

Zweitens: Es gibt massive Opposition gegen die Lohnerhöhung um 40 Prozent, die sich der VR genehmigt hat (BLICK berichtete). Die Regionalverbände Nordwestschweiz, Aargau und Innerschweiz ­stellen laut «NZZ am Sonntag» den Antrag, dass der VR diese rückgängig macht. Grund: Das oberste Aufsichtsgremium hat in der Affäre Vincenz komplett versagt.

Und drittens: Die Raiffeisen-Bosse wollen am Samstag erste Ergebnisse der internen Untersuchung der Affäre Vincenz bekannt geben. Diese wird von Professor Bruno Gehrig und einem Anwaltsteam der Kanzlei Homburger geführt. Laut Banken-Blog «Inside Paradeplatz» sind sie auf Ungereimtheiten bei Vincenz‘ Spesen-Verhalten gestossen.

Vincenz wird das Ganze – wenn überhaupt – aus der Ferne verfolgen. Den Kontext der Diskussion muss er sich aber erst anlesen, denn während seiner U-Haft durfte er keine Medien konsumieren. 





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