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Im Fadenkreuz des Bundesamts für Polizei (Fedpol): Ehemalige Führungsriege der Post muss zittern

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Was wusste Peter Hasler? Der frühere Post-VRP hier mit Ex-CEO Ruoff (2016).

BERN –
Im Fokus der Fedpol-Ermittler steht nicht nur die abgetretene Post-Chefin Susanne Ruoff. Auch der ehemalige Post-Verwaltungsratspräsident Peter Hasler, der Ex-Post-Finanzchef Pascal Koradi und der geschasste Postauto-Chef Daniel Landolf müssen vor den Bundespolizisten zittern.

Als Ende 2017 der Abgang von Postauto-Chef Daniel Landolf (58) und seinem Finanzchef Roland Kunz verkündet wurde, ahnte noch niemand, dass sich dahinter der grösste Subventionsskandal der Schweizer Geschichte verbergen sollte. Nur ein halbes Jahr später folgen dem Führungsduo die Post-Chefin Susanne Ruoff (60) und die gesamte Geschäftsleitung der Postauto AG.

In den gestern veröffentlichten Berichten der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard und der Einschätzung einer Expertengruppe wurde erstmals das Ausmass des Postauto-Bschisses sichtbar. Im Fokus stehen dabei auch bekannte Namen, die heute nicht mehr auf der Lohnliste der Post stehen – die aber von den illegalen Buchungen wussten.

Verwaltungsrat wollte von illegalen Buchungen nichts gewusst haben

Zum einen der damalige Verwaltungsratspräsident Peter Hasler (73). Er präsidierte den gelben Riesen von 2010 bis 2016 – just in der Blüte des Subventionsbetrugs. Noch im Februar sagte Hasler, der Verwaltungsrat habe in seiner Amtszeit von illegalen Buchungen und Umbuchungen bei Postauto Schweiz nichts gewusst. Gleichzeitig verstrickte er sich in die Aussage, dass die Aktennotiz wohl mal auf seinem Pult gelegen habe.

Ob dem so war und inwiefern sich Hasler schuldig gemacht hat, ist Sache des Bundesamts für Polizei (Fedpol). Auf Beschluss des Bundesrats führen die Ermittler das Verwaltungsstrafverfahren gegen die Post durch. Im Fokus der Untersuchung steht also nicht bloss die Postauto-Tochter, sondern der gesamte Konzern. Im Fadenkreuz der Ermittler: Hasler, Ruoff, Landolf, Kunz und alle Mitwisser. Auch Pascal Koradi (45). Der heutige Chef der Aargauer Kantonalbank war von 2012 bis 2016 Schatzmeister der Post.

Aargauer Kantonalbank hält an Koradi fest

Er beteuerte im Februar gegenüber BLICK, nichts von den Tricksereien gewusst zu haben. Doch auch sein Name wird in den Berichten von Kellerhals Carrard an verschiedenen Stellen mit dem Postauto-Bschiss in Verbindung gebracht. Er wurde – ebenso wie Ruoff – am 21. August 2013 von der internen Revision über fragwürdige Gewinnverschiebungen bei der Postauto AG in Kenntnis gesetzt. Bei der Aargauer Kantonalbank ist Koradi noch nicht in Ungnade gefallen: «Der Bankrat wird in einem ersten Schritt die Situation analysieren und sich vorher nicht äussern», teilt die Medienstelle mit. Der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner (64) fordert die Freistellung Koradis. Man könne nicht warten, bis das Fedpol das Verfahren abgeschlossen habe.

Verantworten müssen wird sich auch der ehemalige Postauto-Chef Daniel Landolf. Zwar wies der geschasste Manager die Konzernleitung um Ruoff in mehreren E-Mails auf die Buchungstricks hin. Dennoch trug er als Chef die Verantwortung. Wie lange das Verfahren dauert, kann das Fedpol nicht sagen. Je nach Verfahrensergebnis und ergriffenen Rechtsmitteln können bis zum rechtskräftigen Entscheid Jahre vergehen. 





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