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Die 11 wichtigsten Fragen zur WM: Darf ich mich auf Putins WM freuen?

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Bald übernimmt König Fussball: Sonntagsblick beantwortet die dringendsten Fragen der WM-Fans. Und jene der WM-Muffel.

1. Darf man sich trotz des Gastgeberlands Russland auf die WM freuen?
Otfried Höffe: «Verdrängen sollte man weder Putins Politik noch den zu erwartenden Propaganda-Erfolg und Machtgewinn. Zuständig für wirksame Gegenmassnahmen ist aber die Grosse Politik, hier namentlich die Fifa. Da nun also in Russland und nicht nur vor dessen Führungselite die besten Nationalmannschaften der Welt aufeinandertreffen, sollen die Fußballfreunde aller Welt sich nicht das Vergnügen nehmen lassen, Spiele auf hoffentlich höchstem Niveau zu erleben, ihre «fachmännischen» Kommentare abzugeben, für «ihre» Mannschaften, die eigenen oder die besten, zu zittern, über Siege zu jubeln, über die -selbstverständlich unverdienten- Niederlagen zu trauern und insbesondere in Fanmeilen jenes längst schichtenübergreifende Gemeinschaftsgefühl zu zelebrieren, mit dem man für einige Zeit die üblichen Konkurrenzen und «des Tages Müh’ und Plag’» oder dessen Langeweile in manchmal schon dionysischen Leidenschaften vergessen kann.  Im zeitlichen Abstand zur WM sollte man zwar das schier Unmögliche versuchen und die Geld- und weiteren Machtstrukturen sportlicher Großereignisse «aufzumischen». Jetzt aber heisst die Devise: Lust auf Fussball!»

2. Wie komme ich an Tickets?
Schwierig, aber nicht unmöglich. Laut Fifa läuft die Last-Minute-Verkaufsphase bis zum Ende der WM. In dieser Zeit können übrig gebliebene oder zurückgegebene Tickets gekauft werden. Für eigentlich ausverkaufte Spiele kann es plötzlich wieder Tickets geben. Kaufen geht nur über die Fifa-Website.

3. Wie spontan kann ich nach Russland reisen?
Wer ein Ticket besitzt, kann ohne Visum einreisen. Man erhält eine «Fan-ID», die direkt zur Einreise ins Land und zum Eintritt ins Stadion berechtigt. Auf ein normales Touristenvisum wartet man aber mindestens acht Tage.

4. Darf ich während der Arbeit Fussball schauen?
Viele Matches finden am Nachmittag statt – mitten in der Arbeitszeit. «Es heisst Arbeitszeit, nicht Freizeit. Als Arbeitnehmer hat man grundsätzlich kein Recht darauf, während der Arbeit Fussball zu schauen», sagt Philipp Egli, Arbeitsrecht-Experte und Dozent an der Fachhochschule ZHAW. Wer es trotzdem tue, kann verwarnt werden. «Das ist dann eine gelbe Karte». Wird man wiederholt dabei erwischt, riskiert man eine fristlose Kündigung. 

5. Wie viel gewinne ich, wenn ich auf die Schweiz als Weltmeister wette?
Je nach Wettanbieter sind die Quoten unterschiedlich. Bei Sporttip gilt die Quote 1:90 (Stand: Samstagnachmittag). Bei internationalen Anbietern ist die Quote besser. Bei Bet and Win liegt sie bei 1:101. Genau so beim legendären britischen Buchmacher William Hill. Aber aufgepasst: Heute stimmen wir über das neue Geldspielgesetz ab. Ausländische Anbieter sind möglicherweise bald gesperrt.

6. Was kostet es, wenn ich mein eigenes Public Viewing veranstalte?
Wer den Match im privaten Rahmen mit Freunden oder Nachbarn schaut, braucht keine Lizenz. Aber Vorsicht: Quartierfeste, Vereinsanlässe oder Büro-Events gelten nicht als Privatanlass! Hat der Bildschirm eine Diagonale von bis zu drei Metern, wird eine Urheberrechtsvergütung von 25.95 Franken pro Monat fällig. Danach gilt: Je grösser der Bildschirm, desto höher die Gebühren. Verlangt man Eintritt oder Getränkezuschlag, verdoppelt sich die Gebühr.  

7. Wo gibt es die grössten Public Viewings? 
Die WM ist eine Massenveranstaltung und wer die Masse sucht, geht am besten hierhin: In Bern auf die Grosse Schanze mit bis zu 4000 Fans. In Winterthur in die Winti-Arena mit bis zu 3000 Leuten. In Zürich auf den  Turbinenplatz mit ebenfalls 3000 anderen. In Luzern in den Schweizerhof mit bis zu 1500 Fans. Ebenfalls Masse findet sich im  Kybunpark in St. Gallen  und in Basel in der Markthalle oder im Alten Kraftwerk.

8. Italien hat die WM verpasst? Was machen die Tifosi hierzulande nun? 
«Für die Italiener ist es eine Katastrophe. Man schaut nun doch WM, aber es ist nicht das gleiche», sagt Piero Bauert, Präsident vom SC YF Juventus. Der Club aus Zürich wird von vielen Italienern und Secondos mitgetragen. Das Trikot anzuziehen getraue sich nun kaum einer. Früher habe man im Verein zusammen die Spiele auf Grossleinwand geschaut. Das sei jetzt weniger der Fall. «Einfach auf die Schweizer auszuweichen, das geht natürlich auch nicht», so Bauert. Anderer Meinung ist Vize-Präsident Vincenzo Tortora: «Nun unterstütze ich natürlich die Schweiz!»

9. Welches sind die grössten Terminkollisionen während der WM?
Der grösste Termincrash könnte am 15. Juli eintreten. Der WM-Final und der  Tennis-Final in Wimbledon kommen sich wohl in die Quere. Um etwa 15.10 Uhr wird in Wimbledon zum ersten Service aufgeschlagen. Um 17 Uhr ist in Moskau der Anpfiff zum Final. Roger Federer und Co. bleiben nur 1 Stunde und 50 Minuten um zu siegen. Geht das Tennis länger, ist für die Fans parallel schauen angesagt. Teilweise parallel läuft auch die Tour de Suisse. Ebenfalls knifflig: Der Papstbesuch am 21. Juni in Genf überschneidet sich mit dem Frankreich-Peru-Match. Die Messe wird gegen 17.30 Uhr zelebriert, Fussball gibts bereits ab 17 Uhr. Viele (katholische) Franzosen im Grossraum Genf müssen sich entscheiden: Irdische oder himmlische Freuden?

10. Welche Bundesräte reisen an die WM? Gibt es ein Protokoll, wer welches Spiel sehen darf?
Die Bundesräte sprechen sich untereinander ab. Als erster durfte Bundespräsident Alain Berset (46, SP) sich für ein Spiel entscheiden. Seine Wahl fiel auf den Kracher Schweiz-Brasilien. Sportminister Guy Parmelin (58, SVP) besucht die Partie gegen Serbien. Bleibt das dritte Gruppenspiel gegen Costa Rica. Finanzminister Ueli Maurer (67, SVP) hat Interesse angemeldet, allerdings ist unklar ob die Agenda eine Reise zulässt.

11. Wo entgehe ich der WM? 
Man kann sich auf die Alp und in die Natur flüchten. Auch Töff- und Autoliebhaber kommen auf ihre Kosten – endlich sind die Strassen frei. Das gleiche gilt fürs Zug fahren: Freie Sitzwahl statt Pendlerstress. Schiff fahren ist nun auch sehr entspannt. In der Sauna hat König Fussball ebenfalls nichts verloren. Apropos: Das Mineralheilbad St. Margrethen präsentiert sich während der WM als fussballfreie Zone. Oder man reist nach Italien oder Holland. Die sind ja nicht dabei. 





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