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Foxconn: Amazon-Zulieferer wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik

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Amazon und dessen chinesischer Auftragsfertiger Foxconn stehen wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Konkret geht es um niedrige Löhne und zu lange Arbeitszeiten.

In Deutschland kritisieren Gewerkschaften die ihrer Meinung nach zu geringe Bezahlung von Amazon-Mitarbeitern in den Logistikzentren des E-Commerce-Riesen. Immer wieder kommt es deshalb zu Warnstreiks. Die US-Organisation China Labor Watch hat jetzt scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen in einer Foxconn-Fabrik in China geübt, in der E-Reader von Kindle und Echo Dots hergestellt werden. Die Arbeitsbedingungen seien „unethisch und illegal“, wie es in einem entsprechenden Bericht heißt.

Für ihren am Sonntag veröffentlichten 94 Seiten langen Bericht haben Mitarbeiter der Organisation in dem Foxconn-Werk Hengyang in der chinesischen Provinz Hunan gearbeitet. Beschrieben werden eine 60-Stunden-Woche, Überstunden sowie extrem harte Zielvorstellungen. Mitarbeiter müssten sogar um Erlaubnis bitten, wenn sie auf die Toilette gehen wollen. Außerdem werden die niedrigen Löhne, die mangelhafte Ausbildung und eine übermäßige Anzahl an Zeitarbeitern kritisiert.

Letzteres steht in China unter Strafe. Der Anteil der Zeitarbeiter, die kein Kranken- oder Urlaubsgeld bekommen und von einem Tag auf den anderen entlassen werden können, darf nur zehn Prozent der Belegschaft ausmachen. In der kritisierten Foxconn-Fabrik sollen es laut China Labor Watch und dem britischen Observer mehr als 40 Prozent gewesen sein. Überstunden seien zudem nicht voll bezahlt worden.

Amazon: Erkennen Verantwortung für Arbeitsbedingungen bei Foxconn an

Amazon hat sich derweil zu Wort gemeldet und Gegenmaßnahmen angekündigt. Der E-Commerce-Händler habe die Fabrik im März selbst unter die Lupe genommen und Foxconn aufgefordert, Missstände zu beheben. Amazon, so der Konzern zu dem Bericht der US-Organisation, erkenne die Verantwortung für das Wohlbefinden der Fabrikarbeiter an. Foxconn hat gegenüber Reuters angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen und die Bedingungen gegebenenfalls zu verbessern.

In seinem Bestreben, sich unabhängiger von Apple zu machen, angelt Foxconn seit Monaten nach anderen potenten Kunden wie Amazon. Darum soll der Auftragsfertiger viel Geld in das Werk in Hengyang investiert haben, um Amazons Ansprüchen zu genügen. 30 neue Produktionslinien und 15.000 neue Jobs sollen laut Guardian seit dem Vertragsabschluss im vergangenen Frühjahr geschaffen worden sein. Foxconn ist weltgrößter Zulieferer und Chinas größter privater Arbeitgeber. Mehr als eine Million Menschen sind in den Fabriken beschäftigt.

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