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Flug-Branche warnt vor steigenden Preisen: Vermiest uns der Ölpreis das Fliegen?

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ZÜRICH –
Seit einem Jahr steigt der Ölpreis. Das hat an der Zapfsäule Folgen für die Autofahrer – und die Fluggesellschaften. Die Branche warnt vor steigenden Kosten und teureren Flugtickets.

Der Ölpreis steigt und steigt. Aktuell liegt er für die Sorte Brent bei rund 77 Dollar. Vor rund einem Jahr war es noch fast die Hälfte. Dieser Anstieg bereitet der Flugbranche Sorgen. So warnte Anfang Woche Emirates-Chef Tim Clark vor dem Kostentreiber Öl. Die Fluggesellschaft steuere mit höheren Ticketpreisen dagegen.

Folgen befürchtet auch der CEO von American Airlines, Doug Parker. Treibstoff mache bis zu einem Viertel der Kosten einer Fluggesellschaft aus. Die Airlines seien daher gezwungen, die Flugpreise zu erhöhen, um den teureren Ölpreis zu verkraften, sagte er gegenüber «Fortune».

Bei Swiss soll der Ölpreis keine Folgen haben

Zwar würden Fluggesellschaften versuchen, ihre Treibstoff-Effizienz zu verbessern und Kapazitäten abzubauen. Letzteres dürfte sich aber für die Passagiere ebenfalls negativ auswirken. Denn verknappt sich das Angebot, steigen wohl die Preise.

Laut Lufthansa-Tochter Swiss gibt es für ihre Passagiere keinen Grund zur Angst vor steigenden Kosten. «Die Entwicklung des Ölpreises hat keine Auswirkungen auf unsere Ticketpreise», sagt eine Swiss-Sprecherin. Grundsätzlich würden sich die Preise vor allem nach dem Markt richten, also nach Angebot und Nachfrage. Ein kleines Türchen hält sich die Fluggesellschaft damit offen. 

Easyjet profitiert von Hamsterkäufen

Auch Easyjet gibt vorerst Entwarnung. «Bis zum Ende dieses Geschäftsjahres haben wir 73 Prozent des Treibstoffs gegen steigende Preise abgesichert, und mehr als die Hälfte des Treibstoffs für das nächste Jahr ist bereits eingekauft», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Die Billigfluglinie sieht sich selbst auf der sicheren Seite und schiesst gleichzeitig gegen die Konkurrenz. «Da der Ölpreis weiter steigt, erwarten wir, dass der finanzielle Druck auf weniger effiziente Fluggesellschaften zunimmt.»

Wie lange Swiss und Easyjet ihre Ticketpreise halten können, ist ungewiss. Lange wohl nicht, glaubt zumindest der Chef der Fluggesellschaft Virgin Australia. Gegenüber Reuters sagte John Borghetti, die Erfahrung zeige, dass diese Kosten irgendwann weitergereicht würden. Denn ab einem gewissen Punkt könnten die Unternehmen diese nicht mehr absorbieren.

Was heisst das für Ferienplaner? Wer weiss, wann und wohin er reisen will, sollte seinen Flug eher früher als später buchen.





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