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Zahnarzt (80) fuhr vor 6 Monaten junge Frau tot: Elida (†19) flog 17 Meter durch die Luft

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LENZBURG AG –
Es sind schreckliche Details, die die Angehörigen von Elida Osmani (†19) während der Strafuntersuchung erfahren. Laut ihrem Cousin Bedri Asani (35) soll die junge Frau 17 Meter durch die Luft geschleudert worden sein, als sie im November 2017 vom Auto eines 80-jährigen Zahnarzts erfasst wurde. Auf dem Zebrastreifen.

Sein Blick ist auch über sechs Monate nach dem Unfalltod von Elida Osmani (†19) aus Lenzburg AG noch tieftraurig. «Uns Angehörigen geht es sehr schlecht», sagt ihr Cousin Bedri Asani (35) zu BLICK. «Elida fehlt. Überall.»

 

Neben dem Verlust von Elida erfahren die Angehörigen auch immer wieder neue Details aus den Akten. «Wir wissen, dass sie 17 Meter durch die Luft geschleudert wurde. Und dass sie noch vor Ort verstarb», sagt Asani.

Eltern hielten es in Lenzburg nicht mehr aus

Zu viel für die Eltern von Elida. «Sie mussten von Lenzburg wegziehen», sagt Asani. Sie wurden jeden Tag an das Drama erinnert, denn sie wohnten unweit der Unfallstelle. Die Migros-Stiftin wollte am Abend des 6. November 2017 einen Zebrastreifen überqueren. Da kam K. S.* (80) mit seinem Auto daher und erfasste die Mazedonierin. Elida erlag ihren schweren Kopfverletzungen.

 

80-Jähriger fuhr trotz Billett-Entzug

BLICK-Recherchen zeigten: K. S., der noch als Zahnarzt tätig war, fuhr ohne Billett. Den Ausweis musste er schon 2010 wegen eines mittelschweren Vergehens für einen Monat abgeben. Unbelehrbar: Im Jahr 2011 wurde K. S. innerorts mit über 80 km/h erwischt. Obwohl er über alle Instanzen dagegen ankämpfte, musste er das Billett erneut abgeben – für länger. Noch dreister: Nachdem er Elida totgefahren hatte, zeigte er der Polizei am Unfallort einen alten, nicht mehr gültigen Führerausweis.

 

Ob K. S. beim tödlichen Unfall auch zu schnell fuhr, wird noch ermittelt. In einem Gespräch mit BLICK redete sich der Zahnarzt damals nach dem Unfall raus: «Es war dunkel und regnete. Ich sah die Frau nicht. Ich bremste erst, als es knallte.»

Angehörige erhielten Entschuldigungs-Brief

Elidas Cousin bestätigt, dass das auch so in den Akten stehe. Schlimm findet er, dass K. S. nach dem Unfall kaum bei Elida helfen ging. «Er hat nicht viel unternommen. Sie ist vor Ort innerlich verblutet.»

K. S. habe sich zwar mit einem Brief entschuldigt. Aber: «Er ist ohne Emotionen verfasst», sagt Asani. Er habe ihn wohl nur geschrieben, damit er es erledigt habe. «Für mich reicht das nicht.»

 

Leiden würden Elidas Eltern zudem, weil K. S. noch nicht angeklagt worden sei. Sie würden verstehen, dass es viele Untersuchungen brauche. Doch: «Wir warten mit Sehnsucht auf ein Urteil. Damit wir abschliessen können.»

Verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag

Elidas Angehörige müssen sich gedulden. «Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat ein verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag gegeben, und das dauert entsprechend, bis es vorliegt», sagt Sprecherin Fiona Strebel. «Wann die Untersuchung abgeschlossen sein wird, können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen.»

Sicher ist: Das Verfahren läuft wegen fahrlässiger Tötung. Bei einer Verurteilung drohen K. S. bis zu drei Jahre Gefängnis – oder eine Geldstrafe.

* Name der Redaktion bekannt





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